26.11.2018, 17:41 Uhr

Rentner ließ sich nicht täuschen Versuchter Trickbetrug durch Gewinnversprechen

(Foto: Gaj Rudolf/123rf.com)(Foto: Gaj Rudolf/123rf.com)

Bereits am 12. Juli, gegen 10.30 Uhr, erhielt ein Rentner aus Solla einen verheißungsvollen Anruf. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter der „Auszahlungsstelle der Deutschen Bundespost“ aus und teilte dem Mann mit, dass er bei einem Gewinnspiel 28.500 Euro gewonnen habe.

SOLLA Am nächsten Tag werde sich dann ein Notar bezüglich der weiteren Abwicklung mit ihm in Verbindung setzen. Wie verabredet rief am 13. Jui, gegen 10.30 Uhr, ein „Notar“ bei dem Rentner an. Nachdem der vermeintliche Notar dem älteren Mann erneut von dem Gewinn erzählte und ihm eine erfundene Geschichte über den nun angeblich folgenden Ablauf mitgeteilt hatte, kam er zum eigentlichen Kernpunkt des Anrufes. Er erklärte glaubwürdig, dass für die Abwicklung der Geldübergabe eine Zahlung in der Höhe von 800 Euro durch den Gewinner fällig würde. Diese Zahlung hätte zwingend in Form von „Steam“-Karten zu erfolgen. Bargeld sei nicht möglich. Der ältere Mann gab daraufhin an, dass er die Karten besorgen und sich dann wieder mit dem Notar in Verbindung setzen werde. Es wurde ein Übergabetermin vereinbart. Dann verständigte der angebliche Gewinner die Polizei. Dieser Anruf bewahrte ihn vor einem Vermögensschaden in Höhe von 800 Euro.

Von Betrug durch Gewinnversprechen liest man regelmäßig in allen großen Zeitungen. Dass man jedoch auch selbst schnell ins Visier möglicher Betrüger geraten kann, glauben die wenigsten. Auch deshalb ist diese Betrugsmasche eine der erfolgreichsten. Der Angerufene hört nur den versprochenen „Gewinn“. Die im Vergleich dazu minimale Gebühr wird häufig als logisch angesehen. Die Straftat nimmt seinen Lauf. Vor allem ältere Menschen stehen im Fokus der häufig gut organisierten Betrügerbanden. Von ganzen Callcentern werden Telefonbücher durchforstet, älter wirkende Vornamen ausgewählt und durchtelefoniert. Ein paar Angerufene reagieren mit Sicherheit auf das Gewinnversprechen. Zeigt ein potenzielles Opfer einmal Interesse an dem Gewinn, wird die Geschichte glaubhaft ausgeschmückt. Von Geldkoffern, Codes, Notaren und vielem weiteren ist die Rede. Alles wirkt seriös und glaubhaft. Bis auf die oft enorm hohe „Gebühr“, die für die Übergabe des Geldes fällig wird. Hier liegt der Kernpunkt des Anrufes. Nur um den Erhalt dieser Summe dreht sich aus Sicht des Betrügers das ganze Gespräch. Einen Gewinn wird es nie geben.

Häufig werden zur Übergabe der Gebühr elektronische Bezahlmittel wie Guthabenkarten des Onlinedienstes „Steam“ benutzt. Diese sind in nahezu allen großen Supermärkten, Drogerien und Tankstellen zu erwerben und dienen zum Erwerb von Computerspielen oder Ähnlichem im Internet. Bei den Karten handelt es sich bis zur Aufladung durch den Kauf an der Supermarktkasse lediglich um leeres Papier. Erst durch die Aufladung wird der Code auf der Karte und damit auch das Guthaben aktiviert. Wer den Code hat, besitzt somit auch das Geld. Diese Bezahlmittel werden bevorzugt verwendet, da ältere Menschen sie erfahrungsgemäß nicht nutzen und sie ihnen demzufolge eher unbekannt sind. Den Angerufenen wird nur mitgeteilt, dass der Code zur Überprüfung der Karten durchgegeben werden soll. Ist das geschehen, ist das Guthaben jedoch bereits in Händen des Betrügers. Der Angerufene hält nur noch wertloses Papier in Händen. Wenn er dann durchschaut, dass nie eine Geldübergabe stattfinden wird, ist es bereits zu spät. Das Guthaben wurde längst eingelöst.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor jeglichen Gewinnversprechen, für die eine auffallend hohe Gebühr fällig werden soll. Auch vor Bezahlung von Gebühren durch elektronische Bezahlmittel wie eben Steamkarten, Paysafecards etc. wird gewarnt. Ist ein Code einmal am Telefon übermittelt worden, kann er vom Anrufer nach Belieben auch ohne die Karte eingelöst werden.

Sollte ein im Zusammenhang mit Betrug durch Gewinnversprechen verdächtiger Anruf festgestellt werden, wird darum gebeten die Polizei zu verständigen.


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