21.03.2018, 16:00 Uhr

Gar nicht lustig Unfallflucht wird zum neuen Volkssport

Das Auto zerkratzt, und der Verursacher ist einfach abgehauen. Leider nehmen die Unfallfluchten immer mehr zu und man bleibt auf dem Schaden hocken. (Foto: sifotography/123RF)Das Auto zerkratzt, und der Verursacher ist einfach abgehauen. Leider nehmen die Unfallfluchten immer mehr zu und man bleibt auf dem Schaden hocken. (Foto: sifotography/123RF)

Moral im Straßenverkehr nimmt immer mehr ab

REGEN Am 12. März, um ca. 11.55 Uhr, fuhr ein 26-jähriger Mann mit seinem Kleintransporter, Iveco, die Ortsverbindungsstraße von Hintberg her kommend, in Richtung Mitterbichl. Circa 300 Meter nach Mitterbichl kam ein gelber VW-Bus entgegen. Der Iveco-Fahrer musste nach rechts ausweichen, kam von der Fahrbahn ab und blieb auf der angrenzenden Wiese stehen. Der Unfallgegner fuhr in Richtung Hintberg weiter, ohne sich um den Unfall zu kümmern, und das, obwohl der 26-Jährige sogar leicht verletzt wurde. Unfallfluchten wie diese häufen sich immer mehr. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Polizei nicht von einer Unfallflucht berichtet. Auch wenn nicht immer ein Personenschaden dabei verursacht wird, allein die Blechschäden sind für die Geschädigten ärgerlich und kosten nicht selten auch richtig viel Geld.

„Die Moral im Straßenverkehr ist nicht so ausgeprägt, wie man es sich wünschen würde“, sagt Manfred Buchinger, Erster Polizeihauptkommissar der PI Regen, zu dessen täglichem Brot Unfallfluchten gehören.

Die Ermittlung bei Unfallfluchten ist manchmal gar nicht so einfach. „Die Geschädigten können oft selbst nicht genau sagen, wo es passiert ist, denn oftmals wird ein Schaden erst später, zum Beispiel beim Autowaschen, entdeckt“, so der Polizeihauptkommissar.

Lackspuren oder herumliegende Teile erleichtern die Aufklärung natürlich, dennoch liegt die Erfolgsquote nur bei rund 30 Prozent. „Etwa ein Drittel der angezeigten Fälle können wir aufklären“, so Manfred Buchinger. Doch die Dunkelziffer ist wohl gerade bei Unfallfluchten sehr hoch. „Viele gehen erst gar nicht zur Polizei, um den Schaden zu melden“, ist sich der Chef der Regener Polizei sicher.

Doch warum machen sich eigentlich so viele aus dem Staub? „Die Gewissensbisse halten sich in Grenzen. Oft bekommen wir zu hören, dass sie den Unfall nicht bemerkt haben“, nennt der Polizeihauptkommissar die „Standardausrede“.

Doch eines sollte jedem Unfallverursacher klar sein: Eine Unfallflucht kann sehr unangenehme Folgen haben. „Ab einer Schadenshöhe von etwa 1500 Euro ist beispielsweise der Führerschein in Gefahr“, weiß Manfred Buchinger.


0 Kommentare