12.09.2019, 09:50 Uhr

Mehr Rücksicht, bitte Gaffer machen einem Hausbesitzer in Gendorf das Leben recht schwer

Der Traum vom eigenen Haus wurde für Eugen Fitler zum Alptraum. Er fühlt sich von Gaffern belästigt. Foto: Parchatka  (Foto: pa)Der Traum vom eigenen Haus wurde für Eugen Fitler zum Alptraum. Er fühlt sich von Gaffern belästigt. Foto: Parchatka (Foto: pa)

Vor einem Jahr hat eine Beziehungstat sein Haus zum Tatort gemacht. Aber er hat damit nichts zu tun

GENDORF. Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle im Landkreis Altötting: Vor über einem Jahr war es in der Gendorfer Mozartstraße zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen, nachdem ein Mann in die Wohnung seiner Ex-Frau eingestiegen war und diese sowie ihren aktuellen Lebenspartner verletzt hatte. Einen Monat lang war der Täter auf der Flucht, bevor er schließlich in Trostberg aufgespürt und verhaftet werden konnte. Mittlerweile stand der 52-Jährige vor Gericht und wurde rechtskräftig zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt.

In schnelllebigen Zeiten wie unseren, in denen via Facebook und Co. der Strom an bad news nicht abbricht, glaubt mancher, dass der Fall von Gendorf schon längst in Vergessenheit geraten ist.

Für einen ist das aber definitiv nicht der Fall: für den Eigentümer des Hauses, das damals zum Tatort wurde. Eugen Fitler hat das Haus an der Mozartstraße 2016 gekauft, findet auf seinem Anwesen aber auch ein Jahr nach dem Vorfall nicht die gewünschte Ruhe: „Immer wieder bleiben die Leute stehen und glotzen in den Garten. Autos bremsen ab und fahren langsam vorbei, während die Insassen auf mein Grundstück schauen“, ärgert sich der 39-Jährige. Er befürchtet sogar, dass mancher der Schaulustigen ihn für den eifersüchtigen Täter jener Nacht hält: „Aber ich habe damit überhaupt nichts zu schaffen und die ganze Angelegenheit ist erledigt“, betont er.

Der ganze Ärger, den ihm seine ehemalige Mieterin beschert hat, zeigt für den Hausbesitzer langfristige Wirkung: „Nachdem die Dame ausgezogen ist, musste ich erst mal die ganze Wohnung renovieren. Die würde ich nun gerne wieder vermieten, aber ich fürchte, dass gar keine Interessenten kommen werden“, sagt der Mann. Auch sein Verhältnis zu den Nachbarn hat gelitten: „Einige machen wohl mich verantwortlich, weil meine Mieterin häufig für Ruhestörungen gesorgt hat. Aber wie hätte ich das denn ahnen sollen?“

Eugen Fitler hat schon überlegt, das Haus wieder zu verkaufen, „aber das könnte ich nur mit Verlust.“ Am liebsten würde er einen hohen Sichtschutz entlang der Mozartstraße anbringen, um sich unbeobachtet auf seinem Grundstück bewegen zu können: „Aber das würde natürlich von der Gemeinde nicht genehmigt.“

Deshalb appelliert Eugen Fitler nun: „Geht an meinem Haus vorüber wie an jedem anderen. Es gibt hier ganz und gar nichts zu sehen!“


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