10.05.2019, 11:11 Uhr

Brandstiftung in Stammham Der Vierseithof brannte gleich zwei Mal

Am 8. Januar brannte das Wohnhaus. Foto: tb21 (Foto: tb21)Am 8. Januar brannte das Wohnhaus. Foto: tb21 (Foto: tb21)

Ermittlungsgruppe „Lunte“ der Kripo Mühldorf legt Zwischenbericht der aufwändigen Ermittlungen vor

STAMMHAM. Seit Monaten führt das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizei Mühldorf aufwändige Ermittlungen bezüglich zweier Brände auf einem Vierseithof im vergangenen Herbst und Anfang Januar dieses Jahres in Stammham. Vier Tatverdächtige wurden zwischenzeitlich festgenommen, befinden sich jedoch wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen laufen noch immer auf Hochtouren.

Wie bereits berichtet, kam es am 26. September 2018 spätabends zum Brand einer Maschinenhalle auf einem Vierseithof in Stammham. Nur durch das schnelle Eingreifen der zahlreich alarmierten Feuerwehren konnte damals ein Übergreifen auf das angrenzende, leer stehende Wohnhaus verhindert werden. Dennoch entstand Sachschaden von rund 250.000 Euro.

Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass im Wohnhaus Vorbereitungen getroffen worden waren, um dieses ebenfalls in Brand zu setzen. Entsprechende Spuren konnten von den Spezialisten der Spurensicherung der Kripo Mühldorf festgestellt und gesichert werden. Somit erhärtete sich der Verdacht, dass der Brand der Halle vorsätzlich gelegt wurde.

Mysteriös war zudem, dass am Wochenende vor dem Brand angeblich in den Vierseithof eingebrochen wurde. Der Vorfall wurde bei der Polizeiinspektion Altötting zur Anzeige gebracht worden. Bei dem Einbruch kamen diverse Arbeitsgeräte abhanden.

Am frühmorgens am 8. Januar 2019 brach dann im bis dato noch nicht beschädigten Wohnhaus des Hofes der zweite Brand aus, wodurch dieses erheblich beschädigt wurde. Nachdem das Haus seit dem ersten Brand im September 2018 nicht mehr am Stromnetz angeschlossen war, erhärtete sich auch hier schnell der Verdacht einer vorsätzlichen Brandlegung.

Im Zuge der Ermittlungen wurden in aufwändigen Schritten auch etliche Alternativspuren verfolgt, die sich jedoch in weiterer Folge als nicht zutreffend erwiesen. Letztlich gelang es der Ermittlungsgruppe „Lunte“ der Kripo Mühldorf im Zuge langwieriger Nachforschungen, enger grenzüberschreitender Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden und durch Auswertung von zahlreichen Spuren den Fall voranzubringen.

Im März wurden drei Männer und eine Frau vorläufig festgenommen. Gegen sie besteht der dringende Verdacht, untereinander „vereinbart“ zu haben, dass sich zwei der Männer um die Beseitigung des abrissfälligen Hofes kümmern sollten. Auf Anordnung des Amtsgerichts Traunstein wurden mehrere Wohnungen durchsucht, hierbei konnte auch ein Teil der bei dem Einbruch im September 2018 entwendeten Arbeitsgeräte aufgefunden und sichergestellt werden.

Gegen drei Tatverdächtige wurden Haftbefehle erlassen, diese wurden zunächst wieder außer Vollzug gesetzt. Die Ermittlungen der „EG Lunte“ dauern auf Grund der immens großen Spurenlage noch immer an.


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