21.03.2019, 11:44 Uhr

Schlusslicht unter zehn Landkreisen Landkreis Altötting – niedrigste Aufklärungsquote bei Straftaten

Leider lässt sich nicht jeder Straftäter von möglicher Entdeckung durch die Polizei von seiner Tat abhalten. (Foto: Marcel Mayer)Leider lässt sich nicht jeder Straftäter von möglicher Entdeckung durch die Polizei von seiner Tat abhalten. (Foto: Marcel Mayer)

Im Bereich Oberbayern Süd lag die Quote im Jahr 2018 bei 72,7 Prozent, bei uns nur bei 65,4 Prozent

LANDKREIS/OBERBAYERN SÜD Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat seinen Sicherheitsbericht 2018 vorgelegt. Seine Zuständigkeit umfasst zehn Landkreise, darunter auch unseren Landkreis Altötting – 1.276.863 Einwohner (Stand: 31.12.2018), eine Fläche von 9.178 Quadratkilometer, 438 Kilometer Grenzverlauf zu Österreich.

Weniger Einbrüche in Privatwohnungen

Die wichtigsten Entwicklungen auf einen Blick: 55.485 Straftaten wurden 2018 polizeilich registriert, 6.368 Straftaten weniger als im Vorjahr; die Aufklärungsquote lag bei 72,7 Prozent und damit über dem bayerischen Durchschnitt von 66,7; das vierte Jahr in Folge gab es weniger Wohnungseinbrüche, ein Minus von 35 Prozent; Rückgänge auch bei Gewaltkriminalität (-1,4 %), Straßenkriminalität (-5,7 %) und Vermögens- und Fälschungsdelikten (-5,5 %); Diebstahlsdelikte sind erneut stark zurückgegangen und befinden sich auf dem niedrigsten Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd; Rauschgiftdelikte steigen weiter an; Sexuladelikte nahmen um 8,8 Prozent zu.

Polizeipräsident Robert Kopp zeigt sich erfreut über die aktuelle Kriminalitätslage: „Diese Aufklärungsquote ist der beste Wert seit dem 10-jährigen Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Im südlichen Oberbayern werden damit zwei von drei Straftaten aufgeklärt!“

Mehr „Enkeltricks“ und „Falsche Polizeibeamte“

Im Landkreis Altötting hat sich die Lage nicht ganz so erfreulich entwickelt. Im Jahr 2018 wurden bei uns 4.501 Straftaten erfasst. 2017 waren es 4.214, was einer Steigerung von 6,8 Prozent entspricht – die höchste im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Unsere Aufklärungsquote liegt bei nur 65,4 Prozent im Vergleich zu den 72,7 Prozent in ganz Oberbayern Süd. Mit dem rechnerischen Wert von 4.079 Delikten auf 100.000 Einwohner liegt der Landkreis Altötting auf Platz 6 der zehn Landkreise.

Hier noch ein paar ausgewählte Deliktsbereiche und ihre Entwicklung im Jahr 2018:

Wohnungseinbrüche wurden 324 gezählt, 175 weniger als im Vorjahr 2017.

Anstieg des Callcenterbetrugs bei dem die Kontaktaufnahme der Täter aus „Callcentern“ stattfindet und es sich bei den Geschädigten überwiegend um ältere Menschen handelt. Hier sind die angezeigten Straftaten im Bereich „Falsche Polizeibeamte“ auf 581 (2017: 391) und die des „Enkeltricks“ auf 44 (2017: 40) gestiegen. Acht Tatverdächtige wurden als „Falsche Polizeibeamte“ festgenommen.

Dazu die Leitende Polizeidirektorin Eva Schichl: „Die negativen Folgen für die Opfer, besonders nach vollendeten Taten, sind schwerwiegend. Der Verlust der Lebensersparnisse führt nicht selten zu einer finanziellen Notlage und häufig sind auch schwere psychische Erkrankungen die Folge. Die Täter missbrauchen außerdem den guten Namen der Polizei, was zunehmend zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung führt.“ Angehörige, Freunde und Nachbarn sollten ältere Mitmenschen auf das Risiko dieser Betrugsmaschen aufmerksam machen.

Im Jahr 2018 wurden 4.994 Straftaten der Rauschgiftkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 250 Straftaten, was einen Höchstwert in den letzten zehn Jahren darstellt. Die sehr hohe Aufklärungsquote liegt bei 95,7 Prozent. Die Zahl der Rauschgifttodesfälle in Oberbayern Süd ist auf 16 Opfer (2017: 30) gesunken.

„Nein heißt nein!“ Sexualdelikte nehmen zu

2018 wurden 741 Sexualdelikte erfasst. Im Vergleich zu 2017 eine Steigerung um 60 Straftaten bzw. 8,8 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei hohen 86,5 Prozent. Insgesamt wurden 608 Tatverdächtige ermittelt (davon 206 ausländische Tatverdächtige und 96 Zuwanderer). 88,8 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer. Die Opfer zu 82,7 Prozent Frauen. Polizeipräsident Robert Kopp: „Die Steigerung klingt dramatisch, ist aber erklärbar. Hier wirkt sich die Gesetzesänderung von 2017 nachhaltig aus, wonach bestimmte Tathandlungen nun dem Bereich der Sexualdelikte zugeordnet werden. Ferner wurden mir der Reform des Sexualstrafrechts neue Straftatbestände geschaffen, um bisher straflose Handlungen zu sanktionieren, Stichwort: Nein heißt nein. Dennoch – jede Sexualstraftat ist eine zu viel.“

Den kompletten Sicherheitsbericht gibt´s im Internet unter www.polizei.bayern.de, „Polizeipräsidium Oberbayern Süd - Polizeiliche Kriminalstatistik 2018“.


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