26.02.2019, 13:51 Uhr

Nachfolger noch unbekannt Polizeioberrat Hannes Schneider geht in den wohlverdienten Ruhestand

Polizeioberrat Hannes Schneider blickt auf 42 ereignisreiche Dienstjahre zurück. Foto: ParchatkaPolizeioberrat Hannes Schneider blickt auf 42 ereignisreiche Dienstjahre zurück. Foto: Parchatka

Ab 1. März ist der Leiter der PI Altötting „nur noch Bürger Schneider“ ...

ALTÖTTING. Mit dem „alten“ Abitur frisch in der Tasche musste sich der junge Hannes Schneider 1977 für eine berufliche Laufbahn entscheiden: „Eigentlich wollte ich Deutsch und Geschichte fürs Lehramt studieren, aber da hieß es damals: Da findst Du keine Anstellung.“ Nachdem sowohl der Vater als auch zwei Onkel im Polizeidienst waren, absolvierte der gebürtige Burghauser alternativ, aber hervorragend die Ausleseprüfung für den gehobenen Dienst und schlug die Kommissarslaufbahn ein. Heute, in seinem 42. Dienstjahr, kann er als Polizeioberrat auf ein ereignisreiches Berufsleben zurückblicken: „Als Polizist erlebt man so viele Dinge, die anderen erspart oder eben versagt bleiben - je nachdem ...“

Zu einem Highlight seiner Karriere zählt der Polizeioberrat die umfangreichen Vorbereitungen und die Begleitung des Papstbesuches in Altötting. Aber auch dramatische Situationen haben sich tief ins Gedächtnis des 61-Jährigen eingegraben. So hat er die Daten besonders tragischer Unfälle immer parat. „Auch wenn ich schon viele Jahre nicht mehr direkt auf der Straße im Einsatz bin, sondern meine Beamten als Führungskraft begleite: Trotz aller Routine gewöhnt man sich nie an so schreckliche Ereignisse ...“

Als Hannes Schneider am 1. Dezember 1999 die Leitung der Altöttinger Dienststelle übernahm, konnte er nicht ahnen, dass nicht die viel beschworene Computer-Katastrophe zum Milleniumswechsel zur Herausforderung werden würde. Stattdessen sah sich der frischgebackene Dienststellenleiter (und bekennende Nicht-Computerfreak) mit drei Tötungsdelikten binnen eines Jahres konfrontiert. Selbst, so erzählt Schneider, ist er eigentlich nie in eine besonders bedrohliche Situation geraten – abgesehen vielleicht von einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd, die er als Beifahrer erlebt hat. Sein Beruf hat Hannes Schneider natürlich geprägt: „Ich sehe die Dinge nicht schwarz und weiß, sondern in allen Abstufungen von Grau. Das heißt: Ich versuche, mich jeder Situation möglichst unvoreingenommen zu stellen. Dabei ist die Eigensicherung gewissermaßen zu einem Grundreflex geworden, ich bin immer auf der Hut“,

„Werde meine jungen Kollegen schon vermissen“

Wenn Hannes Schneider nun zum 1. März regulär in den Ruhestand geht, dann tut er das nicht mit dem sprichwörtlichen „lachenden und dem weinenden Auge“: „Es ist schlicht die Zeit dafür, einfach nur der Bürger Schneider zu sein. Es ist nun mal so, dass der Akku ein bisserl leer und die Haut etwas dünner geworden sind ...“ Vermissen werde er vor allem seine jungen Kollegen und ihre Art, an die Dinge heranzugehen. Sein Rat für die jungen „Schandis“: „Es ist wichtig, ein Fingerspitzengefühl zu entwickeln - für die verschiedenen Situationen und die jeweiligen Leute. Einfach immer in der Mitte der Fahrrinne bleiben ...“

Dass ihm sein Leben a.D. langweilig werden wird, befürchtet der geschichtsinteressierte Pensionist kein bisschen. Und obwohl er als „wahrer Poet“ unter den Polizeibericht-Schreibern gilt, versichert Hannes Schneider schmunzelnd: „Schriftstellerische Ambitionen habe ich nicht.“


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