14.12.2018, 10:49 Uhr

Aufwendigste Ermittlungen Kripo zerschlägt heimischen Drogenring

(Foto: Polizei)(Foto: Polizei)

Die Zentrale der Rauschgiftgeschäfte war ein Lokal in Neuötting

NEUÖTTING. Vor mehreren Wochen wurde der Hauptverantwortliche eines breit angelegten hiesigen Rauschgifthandels zu einer langjährigen Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Auch Personen im Umfeld des 52-jährigen türkischen Staatsangehörigen erhielten empfindliche Strafen. Einige Entscheidungen stehen noch aus. Bei den zugrunde liegenden kriminalpolizeilichen Ermittlungen handelte es sich um die bislang aufwendigsten seit Bestehen des Kommissariats 4 (Rauschgiftkriminalität) bei der Kriminalpolizeistation Mühldorf.

Ausgang der Ermittlungen waren Mitte letzten Jahres Hinweise auf den umfangreichen Rauschgifthandel durch einen – zunächst unbekannten – mutmaßlichen Autohändler. Da im Zuge der Sachbearbeitung ein hohes kriminelles und konspiratives Potential (mit zahlreichen Beteiligten) deutlich wurde, erfolgte im September 2017 die Einrichtung der „Ermittlungsgruppe Vehikel“ bei der Kripo Mühldorf.

Im Ermittlungsverlauf konnte zunächst die Identität des „Autohändlers“ geklärt werden. Zudem zeigten sich eine netzwerkartige Struktur der Drogengeschäfte des zu beschuldigenden 52-jährigen türkischen Staatsangehörigen und seine Eigenschaft als einer der größten Rauschgifthändler im Bereich Altötting. Demnach nutzte dieser schwerpunktmäßig eine Kneipe in Neuötting, von welcher aus er seinen Handel koordinierte und seine Kontakte zu „Unterhändlern“ und „Läufern“ für den Drogenverkauf pflegte. Gleichzeitig war in der Nähe des Neuöttinger Stadtplatzes ein Bunkerversteck zur Zwischenlagerung von Rauschgift und Drogengeldern eingerichtet.

Durch ein mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft Traunstein abgestimmtes Maßnahmenkonzept gelang dann bereits im Oktober 2017 der erste Ermittlungsdurchbruch, als bei der Kontrolle eines als Kurier fungierenden Pkw an der A94/Töging große Rauschgiftmengen aufgefunden wurden, welche überwiegend für den 52-Jährigen bestimmt waren. Neben mehreren Kilo Marihuana und einem Kilo Amphetamin konnte eine große Menge Ecstasy-Tabletten sowie Kokain sichergestellt werden. Die Erkenntnisse führten schließlich zum Erlass eines Haftbefehls gegen den 52-Jährigen, welcher im November 2017 vollzogen wurde.

Danach folgte jedoch das eigentliche Gros der Arbeit der EG Vehikel - zur Gewährleistung einer möglichst umfassenden und beweiskräftigen Strafverfolgung gegen eine Vielzahl involvierter Personen. In diesem Zusammenhang galt es eine Fülle von Informationen auszuwerten, was letztlich zu Strafverfahren gegen gut 50 Beschuldigte sowie an die 20 Durchsuchungen führte.

Besonders im Fokus standen hierbei die eng mit dem Haupttäter in Verbindung stehenden Tatverdächtigen, bei denen ebenso umfangreiche qualifizierte Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz im Raum standen. Darunter befanden sich die, den schwunghaften Drogenvertrieb unmittelbar abwickelnden Mittelsmänner. Darüber hinaus aber auch weitere Rauschgiftlieferanten sowie Besteller von Drogen im Darknet. So konnte – nicht zuletzt durch die hierbei vollzogenen Haftbefehle – schließlich der Rauschgifthandel auch im erweiterten „Dunstkreis“ des 52-Jährigen zerschlagen werden.

Zwischenzeitlich konnten letzte fallbezogene Ermittlungsarbeiten beim K 4 der Kripo Mühldorf abgeschlossen werden. Die EG Vehikel, welche in der Spitze aus 6 Beamtinnen und Beamten bestand, wurde wieder aufgelöst.


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