21.11.2018, 15:39 Uhr

Was lange währt ... Vertrag über PFOA-Filterung unterzeichnet

(Foto: Christa Latta)(Foto: Christa Latta)

Industrie übernimmt Kosten für Bau und Betrieb der Filteranlagen für die nächsten 50 Jahre

LANDKREIS ALTÖTTING. Von 1968 bis 2008 wurde PFOA auch am Standort Chemiepark Gendorf von dort ansässigen Industrieunternehmen eingesetzt und behördlich genehmigt in die Luft und die Alz eingeleitet (d.h.: emitiert).

Nach Absenkung des Leitwerts für PFOA im Trinkwasser am 8. November 2016 wurden für Alt- und Neuötting die Flachbrunnen abgeschaltet, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser aus den Tiefbrunnen zu versorgen.

Schon am 28. November 2016 haben die ersten Gespräche der Kommunen Alt- und Neuötting, Burgkirchen und Kastl mit der Industrie darüber begonnen, wie die PFOA-Belastung im Trinkwasser gegen Null gesenkt werden kann. Damals noch mit der InfraServ Gendorf, später dann mit Dyneon als Tochterfirma des Konzerns 3M stellvertretend für alle betroffenen Industrieunternehmen.

Am Mittwoch, 21. November 2018, wurde nun die Vereinbarung zwischen Kommunen und Industrie unterzeichnet. Mit dem Ziel, die Trinkwasserqualität im Landkreis Altötting langfristig zu sichern.

Die Industrie übernimmt freiwillig die Kosten für die Errichtung der Filteranlagen sowie die Betriebskosten für die Laufzeit der Anlagen von 50 Jahren. Der Betrag in „mittlerer zweistelliger Millionenhöhe“ – so Burkhard Anders, Sprecher der Dyneon-Geschäftsführung – wird den vier Kommunen in einem Einmalbetrag überwiesen. Die Kommunen setzen die Finanzmittel dann nach Bedarf ein.

Mit Unterzeichnung des Vertrages ist der Weg frei für den Neubau von zwei Aktivkohlefilteranlagen, auf die Bedürfnisse der Region abgestimmt. Nach Meinung von Experten sollte das möglicherweise krebserregende PFOA in 50 Jahren nicht mehr im Grundwasser vorhanden bzw. nachweisbar sein.

Der Baubeginn für die Filter steht noch nicht fest.

Die Bürgermeister und die Vertreter von Dyneon unterzeichnen den Vertrag (v.l.): Gottfried Mitterer (Kastl), Johann Krichenbauer (Burgkirchen), Peter Haugeneder (Neuötting), Herbert Hofauer (Altötting), Burkhard Andres (Dyneon) und Stephan Führer (Dyneon).


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