07.11.2018, 13:00 Uhr

Ein teurer Scherz „Paketbomber“ soll für Polizei und LKA bezahlen

(Foto: Bundespolizeidirektion München)(Foto: Bundespolizeidirektion München)

„Lass es krachen“ – der Neuöttinger wollte nur einen Spaß machen. Doch dann rückten Polizei und LKA an

ALZGERN/NEUÖTTING. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes München wurden am Freitagnachmittag nach Alzgern gerufen. Grund dafür war ein verdächtiges Paket vor einer Haustür. „Auf dem Paket war eine Aufschrift angebracht, die den Anschein eines explosiven Inhalts erwecken sollte“, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Altötting.

Das Paket hatte ein zunächst Unbekannte dort abgestellt – mit dem Absender „Fam. Taliban“ aus der „Dynamitstraße“ und dem Ort „TNT“. Die von diesen Angaben verunsicherten Hausbewohner meldeten das vermeintliche Bombenpaket über Notruf der Polizei.

Die Polizei sperrte den Einsatzort ab und forderte Spezialkräfte vom Landeskriminalamt München an. Ein Team der Technischen Sondergruppe (TSG), die Sprengstoffentschärfer des LKA, machte sich auf den Weg nach Alzgern. Sie öffneten das Paket – und fanden in dem Karton unter Papierknäueln eine Flasche Wein.

Kurz vor Abrücken der Polizeikräfte traf auch der Verursacher des Sprengstoffeinsatzes am „Tatort“ ein. Es handelte sich um einen 43-jährigen Neuöttinger, ein Freund der Hausbewohner. Die Dame des Hauses hatte ihn gebeten, ihr aus seinem Urlaub eine Flasche Wein mitzubringen. Die Verpackungsaktion war von ihm als harmloser Scherz gemeint. Im Sinne von „Lass es krachen“, erfuhr unser Mann vor Ort.

Früher hätte man über so einen Absender gelacht, meint auch der Pressesprecher des LKA. Doch in der heutzutage hoch sensibilisierten Zeit sei es eher blöd, einen solchen Scherz zu machen.

Die Kosten für den mehrstündigen Einsatz von zwei Streifenbesatzungen der Polizei und des zweiköpfigen LKA-Sprengstoffteams will sich die Polizei von dem Neuöttinger zurückholen. In vergleichbaren Fällen wurden die Verursacher mit mehreren tausend Euro zur Kasse gebeten.


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