12.04.2018, 18:00 Uhr

Kriminalstatistik 2017 Weniger Diebstähle, mehr Sexualdelikte

Wohnungseinbrüche und andere Diebstähle gingen um fast 12 Prozent zurück. (Foto: 123rf.com)Wohnungseinbrüche und andere Diebstähle gingen um fast 12 Prozent zurück. (Foto: 123rf.com)

Über die Hälfte der Tatverdächtigen sind keine Deutschen, etwa ein Drittel der Täter ist bei der Straftat betrunken ...

LANDKREIS ALTÖTTING. Knapp 10.000 Quadratkilometer groß ist die Fläche, auf der sich 3.000 Polizeibeschäftigte 2017 um knapp 62.000 Straftaten kümmerten: Das sind die Basisfakten der Polizeilichen Kriminalstatistik für den Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Grob gesagt von der Zugspitze bis zum Königsee reicht die Fläche, die zentral von Rosenheim aus polizeilich betreut wird. „Die Zahlen belegen die sehr gute Sicherheitslage. Das südliche Oberbayern zählt nach wie vor zu den sichersten Regionen Deutschlands! Die Zahl der registrierten Straftaten ist rückläufig, unsere Aufklärungsquote ist gleichzeitig gestiegen“, freut sich Polizeipräsident Robert Kopp.

Erschreckende Zahl bei den Sexualstraftaten

Nicht nur ein erheblicher Rückgang bei Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz (Migranten) ist zu verzeichnen, auch allgemeine Staftaten gingen um fünf Prozent zurück. Vor allem die Wohnungseinbrüche und Diebstahlsdelikte sind mit minus 12 Prozent weiter rückgängig. „Das ist mit Abstand die niedrigste Zahl seit Gründung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 2009“, freuen sich die Beamten. Weiter ist erfreulich, dass fast 18 Prozent der Wohnungseinbrüche aufgeklärt werden konnten.

Erschreckend ist dagegen die Steigerung der Fallzahlen bei den Sexualdelikten: satte 20.5 Prozent mehr Delikte wurden in der Statistik registriert. Doch die Kriminalbeamten beruhigen: Ursächlich für den Anstieg der Fallzahlen sei vor allem eine umfangreiche Novellierung des Sexualstrafrechts. Taten, die bisher lediglich als Beleidigung erfasst wurden, werden jetzt den Sexualstraftaten zugeordnet. „Der Anstieg ist zwar aufgrund der Gesetzesänderung erklärbar, nichtsdestotrotz ist jede Sexualstraftat eine zu viel. Eine bayernweite Expertengruppe entwickelte deshalb unter meiner Leitung ein Konzept aus repressiven und präventiven Ansätzen, um die Bekämpfung dieser Delikte noch weiter zu intensivieren“, erklärt dazu Polizeivizepräsident Harald Pickert.

Aber wer sind eigentlich die Täter? Fakt ist: Auch ohne die Straftaten nach dem Asylverfahrens- und Aufenthaltsgesetz, die nahezu nur von Ausländern begangen werden können, sind Tatverdächtige mit ausländischer Staatsangehörigkeit mit über 55 Prozent in unserer Region stark überrepräsentiert. Denn im Präsidialbereich wohnen nur zehn Prozent ausländische Staatsbürger. Faktoren für diese hohe Diskrepanz sind der Tourismus- und Transitraum der Region und die Entwicklungen im Bereich der Zuwanderung. Denn über 40 Prozent der Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsangehörigkeit haben ihren Wohnsitz im Ausland.

Bei 27.161 der Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene. Darüber hinaus wurden 1.820 Kinder, 3.112 Jugendliche (14 bis 18 Jahre) und 3.963 Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) als Tatverdächtige ermittelt. Straftaten werden überwiegend von männlichen, erwachsenen Tatverdächtigen begangen. Etwa jeder Dritte Tatverdächtige im Bereich der Gewaltkriminalität ist laut Statistik übrigens betrunken.

Zuwanderer begehen mehr schwere Taten

Der Anteil der tatverdächtigen Personen aus dem Kreis der Zuwanderer ist rückgängig, ungeachtet dessen gibt es in den Bereichen Rauschgift (+ 108 Fälle), besonders schwerer Diebstahl (+ 32 Fälle) und Gewaltkriminalität (+ 76 Fälle) mehr Tatverdächtige aus der Gruppe der Zuwanderer.

Eine deutliche Steigerung ist bei der Rauschgiftkriminalität erkennbar, 2017 gab es 30 Todesfälle aufgrund von Rauschgiftmissbrauch.

Angezeigt: 300 „falsche“ Polizeibeamte

Stark zugenommen haben auch die Fälle, bei denen sich Betrüger als Polizeibeamte ausgeben. Über 300 Betrugsversuche auf diese Art wurden angezeigt. „Die Folgen, besonders nach vollendeten Taten, sind für die Opfer schwerwiegend: psychische, oftmals aber auch körperliche Belastungen. Zudem der Verlust der Lebensersparnisse, was nicht selten zu einer finanziellen Notlage führt. Wir haben unsere Ermittlungs- und Präventionsarbeit auf diesem Gebiet deshalb intensiviert und es gelangen uns mehrere herausragende Fahndungserfolge. Mehrere Täter wurden inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.“


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