14.03.2018, 18:31 Uhr

Drei Angeklagte vor dem Schwurgericht Lebensgefahr bei Wiederbelebung - Bewusstlosen unter kalter Dusche geschlagen

(Foto: Reischl)(Foto: Reischl)

Bei missglückter Mund-zu-Mund-Beatmung gelangte Blut in die Lunge eines 26-Jährigen

BURGHAUSEN/TRAUNSTEIN. Hoch gefährlich verlief eine „Wiederbelebung“ in der Drogenszene Burghausen (wir berichteten über die ersten vier Prozesstage - wochenblatt.de/artikel/227749).

Drei Männer im Alter zwischen 21 und 42 Jahren schlugen einem bewusstlosen 26-Jährigen, den sie in die kalte Dusche gebracht hatten, immer wieder heftig ins Gesicht. Mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung, bei der Blut in die Lunge gelangte, verletzten sie ihn zusätzlich schwer.

Das Trio filmte die ungewöhnlichen Szenen mit Handys, was die Beweisaufnahme vor dem Landgericht Traunstein wesentlich erleichterte.

Äußerst ungewöhnlich war die Reaktion des Opfers in dem bisher viertägigen Schwurgerichtsprozess: Der 26-Jährige erklärte sich mit der lebensbedrohlichen Behandlung in der Wohnung nachträglich einverstanden.

Die Anklage umfasst gemeinschaftlichen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung an dem Opfer, aber auch an Zeugen, die Hilfe holen wollten, sowie Nötigungsdelikte.

Die Kammer mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs verkündet das Urteil am Freitag, 16. März, um 10.30 Uhr.


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