28.11.2017, 18:30 Uhr

Unterbringung steht im Raum Burghauser Asylbewerber vor Gericht

(Foto: Christa Latta)(Foto: Christa Latta)

Hat der psychisch kranke 29-Jährige Mitbewohner erpresst und bedroht?

BURGHAUSEN/TRAUNSTEIN. Unterbringung in der Psychiatrie steht für einen 29 Jahre alten Asylbewerber aus Burghausen im Raum, der sich seit Dienstag wegen verschiedener schwerer Straftaten in möglicherweise schuldunfähigem Zustand vor der Sechsten Strafkammer am Landgericht Traunstein verantworten muss.

Staatsanwalt Björn Pfeifer wirft dem in Damaskus geborenen Mann teils mehrfache versuchte und vollendete räuberische Erpressung, tatsächliche und versuchte gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung vor. Der Prozess wird am 4., 5. und 7. Dezember, jeweils um 9 Uhr, fortgesetzt.

Von einem Zimmerkameraden in der Flüchtlingsunterkunft soll der 29-Jährige, den Rechtsanwältin Veronika Schönsteiner aus Waldkraiburg verteidigt, im Juli 2016 unter Androhung von Schlägen dreimal Zigaretten beziehungsweise deren Kauf gefordert haben. Als sich das Opfer weigerte, soll der Täter mit einem Küchenmesser mit 17 Zentimeter langer Klinge und „Totmachen“ gedroht haben – wenn der andere nicht aus dem Zimmer verschwinde.

Als der 29-Jährige am 20. Juni 2016 angetrunken einen Mann in einer anderen Gemeinschaftsunterkunft in Burghausen, in der er Hausverbot hatte, besuchen wollte, verständigte der Bewohner die Polizei. Zunächst ging der Beschuldigte weg, kehrte aber abends zurück und griff den anderen in dessen Zimmer an. Mit dem Messer eines Kellnerbestecks versetzte er dem Opfer einen Stich gegen den Schädel und verursachte eine fünf Zentimeter lange Hautdurchtrennung. Es folgten laut Anklage Faustschläge gegen den Kopf, begleitet von Bedrohungen und Beleidigungen.

Mit dem gleichen Geschädigten kam es am 10. März 2017 in einem Spielcasino in Burghausen zum Streit. Dabei schlug der 29-Jährige wieder zu. Angestellte verhinderten Schlimmeres.

Zwei Tage später weilte der Asylbewerber bereits im Bezirksklinikum in Gabersee. Dort zertrümmerte er grundlos die Einrichtung eines Krankenzimmers. Er riss Schubläden heraus, beschädigte ein Regal, zerschlug einen Spiegel und ein Fenster. Am gleichen Tag wollte er nicht zurück nach Burghausen, sondern nach Berlin verlegt werden. Ansonsten werde er einen der Ärzte „umbringen“. Ähnliches bekam ein Richter des Amtsgerichts Rosenheim am nächsten Tag zu hören.