27.10.2020, 20:28 Uhr

Schutz und Hilfe Landtagsabgeordnete Ruth Müller überreicht Spende an Frauenhaus in Straubing

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Als frauenpolitische Sprecherin der Bayern-SPD-Landtagsfraktion ist es der Landtagsabgeordneten Ruth Müller aus dem Landkreis Landshut ein wichtiges Anliegen, sich in den bayerischen Frauenhaus-Einrichtungen ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Aus diesem Grund besuchte die Politikerin wieder einmal zusammen mit Stadträtin Gertrud Gruber und Kreisrat Martin Kreutz das Straubinger „Haus für das Leben“.

Straubing. Anneliese Weichselgartner, die als Sozialpädagogin im Frauenhaus arbeitet, stellte die Rahmenbedingungen vor: Das Einzugsgebiet des Frauenhauses umfasse die Stadt Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen und man habe Platz für fünf Frauen und fünf Kinder.

Wegen des Lockdowns habe man mit einem Anstieg der Fälle gerechnet, doch es habe sich im Gegenteil anders entwickelt, erfuhr die Abgeordnete: 60 Anfragen und neun Aufnahmen im Zeitraum von März bis Juli 2019 standen im gleichen Zeitraum 2020 nur 45 Anfragen und sieben Aufnahmen gegenüber. Wie sich die häusliche Gewalt – auch gegenüber den Kindern – während des Lockdowns entwickelt habe, könne man erst im Nachhinein feststellen, machte Anneliese Weichselgartner deutlich. Seit 1. Januar 2020 könne man eine von 17 bayernweiten Second-Stage-Einrichtungen auch in Straubing anbieten. So können Frauen und Kinder, die vor häuslicher Gewalt geflüchtet sind, nach ihrer Zeit im Frauenhaus im Rahmen einer Übergangszeit ihr Leben neu organisieren. Damit sei auch erreicht worden, dass mehr hilfesuchenden Frauen Unterstützung zuteil kommen könne, erläuterte der erste Vorsitzende des Caritasverbands Straubing-Bogen, Norbert Scheidler. Diese müsse allerdings über die Modellphase hinaus verlängert werden. Er erläuterte auch die finanzielle Situation des Frauenhauses. Als Träger eines Frauenhauses müsse man jedes Jahr einen Eigenanteil von zehn Prozent leisten. Dies überfordere insbesondere kleinere Träger. Die mit der neuen Förderrichtlinie beschlossene Verbesserung bei der Personalausstattung und der staatlichen Förderquote stellten sich als gut und notwendig heraus.

Auf die problematische Situation auf dem Wohnungsmarkt machte die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Regine Langer-Huber fest. Hier appellierte sie an Stadträtin Gertrud Gruber, Wohnraum für Frauen vorzuhalten. „Dass unsere Kreiswohnungsbaugesellschaft neuen sozialen Wohnraum schafft, ist uns schon lange ein Anliegen“, machte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Martin Kreutz, deutlich.

Die Arbeit der Straubinger Interventionsstelle stellte Claudia Munde-Graf vor. „Als Beraterin nehme ich mit den Opfern von häuslicher Gewalt Kontakt auf, um aktive Hilfe anzubieten.“ Seit 2015 wird dieses Konzept in Bayern umgesetzt, in das auch die Polizei eingebunden ist, die die Beratung vermittelt. „Durch unsere Arbeit erfahren die Frauen, dass sie mit ihrem Problem nicht allein sind und lernen ihre Rechte und die Unterstützung für ein Leben ohne Gewalt kennen“, berichtete Munde-Graf.

„Noch immer fehlen bayernweit Frauenhausplätze“, machte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller deutlich. Sie werde sich im Bayerischen Landtag für einen Ausbau einsetzen, damit Frauen und Kinder, die vor Gewalt fliehen, die Unterstützung und Hilfe bekommen, die sie benötigen. Müller dankte auch den 21 Ehrenamtlichen, die den Notruf in den Randzeiten abdecken. Für die Arbeit im Frauenhaus überreichte die Abgeordnete eine Spende in Höhe von 250 Euro, die aus der diesjährigen Diätenerhöhung stammt, auf deren Weitergabe sich auch die Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion verständigt haben.


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