27.10.2020, 14:16 Uhr

Mobilität Grüne und VCD setzen sich für niederbayerischen Verkehrsverbund ein

Setzen sich für einen niederbayerischen Verkehrsverbund ein: Feride Niedermeier, Martin Schachtl, Anita Karl, Johann Meindorfer, Matthias Ernst und Olivia Kreyling. Foto: Grüne NiederbayernSetzen sich für einen niederbayerischen Verkehrsverbund ein: Feride Niedermeier, Martin Schachtl, Anita Karl, Johann Meindorfer, Matthias Ernst und Olivia Kreyling. Foto: Grüne Niederbayern

Zu einem Mobilitätsgipfel luden die Straubinger Grünen die stellvertretende Landrätin aus Kelheim, Olivia Kreyling, den Landshuter Kreisrat Martin Schachtl und Johann Meindorfer vom Arbeitskreis Ostbayern des Verkehrsclub Deutschlands (VCD) ein. Bei dem Gipfelgespräch sprachen sich die Anwesenden für verstärkte Bemühungen um einen niederbayerischen Verkehrsverbund aus.

Straubing. In seinem Eingangsreferat stellte Martin Schachtl die Situation für das westliche Niederbayern vor. Zwar sei jüngst mit dem Zusammenschluss von Landshut Stadt und Landkreis der Landshuter Verkehrsverbund (LAVV) gegründet worden, doch zu einem vollwertigen Verkehrsverbund fehlten noch einige Schritte. So sei für die Deutsche Bahn der Schwellenwert für einen Verkehrsverbund 250.000 Einwohner in einem Gebiet und der LAVV beschränke sich auf ein gemeinsames Tarifgebiet. „Neben dem einheitlichen Tarif zeichnet sich ein Verbund durch Marketing und Kommunikation, den Einbezug verschiedener Verkehrsmittel, unter anderem der Schiene, und eine aufeinander abgestimmte Taktung aus“, betonte Schachtl. Zudem stehe für den LAVV eine Entscheidung darüber an, ob man sie sich dem MVV anschließt. „Der MVV bietet ein Sternsystem fokussiert auf München. Wir brauchen in Niederbayern hingegen ein dezentrales Liniensystem, das den ländlichen Raum vollwertig erschließt“, machte Olivia Kreyling ihre Position für einen eigenen Niederbayerischen Verbund klar.

Dem schloss sich Johann Meindorfer an und ergänzte um den Sachstand des östlichen Niederbayerns. Der Freistaat plane bereits eine Machbarkeitsstudie für einen Ostbayerischen Verkehrsverbund von Stadt und Landkreis Straubing, Deggendorf, Regen und Freyung. Idealerweise sollten hierbei noch die Landkreise Cham, Passau und die Stadt Passau mit einbezogen werden. Dazu passe sehr gut der Vorstoß der westlichen Landkreise Rottal, Dingolfing-Landau, Kelheim, Landshut und der Stadt Landshut um einen gemeinsamen Verkehrsverbund. „Idealerweise kämen dazu noch die Landkreise Mühldorf und Altötting – was dann über Niederbayern hinausginge“, ergänzte Schachtl. Unverständlicherweise habe sich Verkehrsministerin Schreyer in einem ersten Schreiben sehr reserviert zu dem Vorhaben geäußert. „Für die Mobilitätswende und den Ausbau des ÖPNV brauchen wir große Verkehrsverbünde. Der Freistaat muss solche landkreisübergreifenden Initiativen mit einer Anschubfinanzierung unterstützen“, forderte Meindorfer.

Ein großer Verkehrsverbund könne besser mit der Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft über Taktverdichtungen auf der Schiene verhandeln. Dies sei enorm wichtig für Straubing, so Stadträtin Feride Niedermeier. Ab Dezember 2022 solle es in der Hauptverkehrszeit einen Halbstundentakt zwischen Regensburg und Straubing geben. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Für einen S-Bahn ähnlichen Verkehr brauchen wir aber den durchgängigen Halbstundentakt und einzelne Nachtfahrten“, machte Niedermeier weiteres Ausbaupotential deutlich.


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