23.10.2020, 11:54 Uhr

„Ein voller Erfolg“ Erste Bilanz zur Einsatzübung von Polizei und Bundeswehr in der Gäubodenkaserne

Die Einsatzübung von Polizei und Bundeswehr in der Gäubodenkaserne war für Innenminister Joachim Herrmann ein voller Erfolg. Foto: Polizeipräsidium NiederbayernDie Einsatzübung von Polizei und Bundeswehr in der Gäubodenkaserne war für Innenminister Joachim Herrmann ein voller Erfolg. Foto: Polizeipräsidium Niederbayern

Am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Oktober, hat das Polizeipräsidium Niederbayern gemeinsam mit der Bundeswehr in der Gäubodenkaserne in Feldkirchen eine Einsatzübung durchgeführt, die „Niederbayerische Terrorismusabwehr Exercise“ (NTEX 2020).

Feldkirchen. Rund 100 Einsatzkräfte übten unter Beachtung des Infektionsschutzes die Zusammenarbeit bei lebensbedrohlichen Lagen. Unter anderem ging es darum, bei einem Terroranschlag Schwerverletzte mit Hilfe besonders geschützter Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann machte sich am Donnerstag, 22. Oktober, ein Bild von der gemeinsamen Übung und zog ein erstes positives Fazit: „Die NTEX 2020 war ein voller Erfolg. Alle Beteiligten arbeiteten sehr gut und eng zusammen.“ Der Innenminister kündigte an, dass die Einsatzübung genau analysiert wird, um festzustellen, wo möglicherweise noch Optimierungsbedarf besteht. „Das hat sich schon bei unseren vorangegangenen Übungen sehr bewährt. Wir wollen gemeinsam mit der Bundeswehr immer besser werden!“

Wie Herrmann erläuterte, ist auch ein gemeinsames Einsatzhandbuch von Bayerischer Polizei und Landeskommando Bayern geplant. Darin sollen insbesondere Einsatzstandards festgelegt werden. „Für die Innere Sicherheit in Bayern ist und bleibt zuallererst die Bayerische Polizei zuständig“, machte der Innenminister deutlich. „Bei Terroranschlägen wäre es aber geradezu unverantwortlich, auf den Einsatz der Bundeswehr im Innern zu verzichten, obwohl sie bereitsteht.“ Um die Handlungssicherheit und das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte noch weiter zu optimieren, kündigte Herrmann weitere gemeinsame Übungen zwischen Polizei und Bundeswehr an: „Denn wir wollen für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet sein.“

Neben regelmäßigen gemeinsamen Übungen ist für den Innenminister eine hervorragend aufgestellte Bayerische Polizei sehr wichtig. „Eine große Rolle hat insbesondere die Personalverstärkung in den Jahren von 2017 bis 2023 mit insgesamt 3.500 zusätzlichen Stellen“, erklärte Herrmann. Schon jetzt hat die Bayerische Polizei mit mehr als 43.500 Stellen den bislang höchsten Stellenbestand aller Zeiten erreicht. „Auch für eine bestmögliche Ausstattung nehmen wir viel Geld in die Hand“, ergänzte Herrmann und verwies auf den aktuellen Sach- und Bauhaushalt 2020 mit mehr als 537 Millionen Euro, im Vergleich zu 2013 mit rund 342 Millionen Euro laut Herrmann „eine stattliche Steigerung, mit der wir die Ausstattung und den Schutz unserer Einsatzkräfte deutlich verbessern“. Dazu gehört unter anderem das neue Offensivfahrzeug „ENOK 6.2“. Zwei dieser durch Panzerung besonders geschützten Fahrzeuge sind seit Sommer 2020 bei den Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei einsatzklar.

Bereits im vergangenen Jahr wurde außerdem die neue Pistole Heckler & Koch SFP9-TR mit neuen Holstern eingeführt. Ebenso verfügt die Bayerische Polizei über 800 neue Mitteldistanzwaffen. Es handelt sich um Kompakt-Gewehre im Kaliber 5,56 Millimeter mal 45, die bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus sind bereits seit einigen Jahren alle Fahrzeuge des Wach- und Streifendienstes und der Einsatzeinheiten der Bayerischen Polizei mit einer neuen ballistischen Schutzausstattung ausgerüstet.


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