28.07.2020, 11:44 Uhr

„Die lebendigen Google Maps“ Feldgeschworene für langjährige Tätigkeit ausgezeichnet

Bürgermeister Christian Dobmeier, Vermessungsdirektor Johann Lerchenberger, Xaver Grill, Landrat Josef Laumer, Johann Kick und Bürgermeister Martin Englmeier (von links). Foto: LRA Straubing-BogenBürgermeister Christian Dobmeier, Vermessungsdirektor Johann Lerchenberger, Xaver Grill, Landrat Josef Laumer, Johann Kick und Bürgermeister Martin Englmeier (von links). Foto: LRA Straubing-Bogen

Das Ehrenamt der Feldgeschworenen hat eine lange Tradition, es handelt sich um das älteste, noch erhaltene Ehrenamt der kommunalen Selbstverwaltung. Die Wurzeln lassen sich bis in das 13. und 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

Landkreis Straubing-Bogen. Das Feldgeschworenenwesen in Bayern wurde als lebendige und traditionsreiche Kulturform im Dezember 2016 sogar in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Im Landratsamt wurden nun wieder – wie alljährliche – langjährige Feldgeschworene aus dem Landkreis mit einer Dankurkunde des Freistaats Bayern und einem kleinen Geschenk geehrt.

In Begleitung ihrer Bürgermeister waren Johann Kick (Mallersdorf-Pfaffenberg, für 40 Jahre) und Xaver Grill (Hundldorf, Gemeinde Mariaposching, für 25 Jahre) persönlich zur Überreichung aus den Händen von Landrat Josef Laumer und dem Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Straubing, Vermessungsdirektor Johann Lerchenberger, gekommen. Josef Laumer (Rattenberg, für 40 Jahre) und Georg Kordik (Schwarzach, für 25 Jahre) konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein und erhalten die Urkunden aus den Händen ihrer örtlichen Bürgermeister.

„Sie sind geschätzt aufgrund Ihrer Erfahrung und Ihrer guten Ortskenntnisse“, so Landrat Josef Laumer in seiner Laudatio. Und Johann Lerchenberger ergänzte: „Zum Feldgeschworenen ist nicht jeder geeignet, denn man braucht unter anderem hohes Ansehen, Charakterstärke, Urteilsvermögen, Gerechtigkeitssinn und man muss gewissenhaft und unparteiisch sein. Sie sind quasi die lebendigen Google Maps.“

Als passendes Stichwort griff dies Mallersdorf-Pfaffenbergs Bürgermeister Christian Dobmeier auf: „Moderne und Tradition finden so in Zeiten der Digitalisierung zusammen.“ Denn gebraucht werden die Feldgeschworenen immer noch, das betonte auch Martin Englmeier, Bürgermeister der Gemeinde Mariaposching. „Das sieht man auch bei uns im Dorf.“

Gewandelt hat sich aber natürlich trotzdem viel in den 25 bzw. 40 Jahren die Johann Kick und Xaver Grill mit dabei sind. „Es wird alles immer schneller“, so Xaver Grill über seine persönlichen Erfahrungen. Und Johann Kick meinte: „Es ist Wahnsinn, was alles passiert ist – wo früher Maßbänder zum Einsatz kamen, gibt es heute die Technik.“

Aber damals wie heute immer noch da und unverzichtbar sind die ehrenamtlichen Feldgeschworenen.


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