24.07.2020, 10:57 Uhr

IHK-Gremium Straubing Wirtschaft fordert klare und faire Regeln zur Corona-Eindämmung

Sie trafen sich in Straubing zum Austausch: IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Christoph Kämpf sowie sein Stellvertreter Michael Wolf (von rechts). Foto: IHKSie trafen sich in Straubing zum Austausch: IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Christoph Kämpf sowie sein Stellvertreter Michael Wolf (von rechts). Foto: IHK

Eine erste vorsichtige Zwischenbilanz der Corona-Krise haben die Unternehmer im IHK-Gremium Straubing gezogen.

Straubing. Mit umfassendem Hygienekonzept und ausreichend Abstand trafen sich die Unternehmer um den Gremiumsvorsitzenden und IHK-Vizepräsidenten Christoph Kämpf Anfang der Woche zu einer Sitzung in den Tagungsräumen der IHK in Straubing. Im Gremium kommen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenklassen aus Stadt und Landkreis zusammen – entsprechend breit war die Summe ihrer Erfahrungen mit Pandemie und Shutdown. „Viele der regionalen Betriebe haben die vergangenen Monate einigermaßen überstanden, einigen wenigen hatte die Pandemie sogar kaum Probleme gemacht, etwa im Baubereich. Es gibt aber auch die Unternehmen und Branchen, die es weiterhin sehr schwer haben, etwa in Bereichen wie Gastronomie und Hotellerie, Reise und Tourismus, Sport, Event oder Veranstaltungen und natürlich die Automobilzulieferer“, fasste Kämpf die Berichte aus dem Gremium zusammen.

Einige der Unternehmer im Gremium gehen davon aus, dass die großen Schwierigkeiten erst noch kommen werden, etwa wenn Beschäftigte aus Kurzarbeit zurückkehren, aber Umsatz und Auftragslage weiterhin nicht angezogen haben. Zudem könne das Instrument der Kurzarbeit nicht alle Fixkosten für Mitarbeiter abdecken – für ein krisengeschütteltes Unternehmen bedeutet das eine weitere Belastung. Wer die Soforthilfe nutzen wollte und musste, dem hätten die mehrmaligen Änderungen in der Rechtslage Probleme bereitet. Die Mehrwertsteuersenkung – eigentlich zur Ankurbelung der Konjunktur gedacht – wird von den Gremiumsmitgliedern in breiter Mehrheit kritisch betrachtet, der Umstellungsaufwand sei enorm. Gerade mit Blick nach vorn, in den Herbst, sehen die Unternehmer außerdem noch große Defizite bei der Kinderbetreuung, die durch Corona noch einmal deutlich zu Tage getreten sind. Auch dass die Verwaltung im Shutdown lange Zeit nicht erreichbar war, wurde beklagt, beispielsweise konnten keine Neuwagen zugelassen werden.

Kämpf betonte, Gesellschaft wie Wirtschaft müssten sich für die weitere Entwicklung der Pandemie wappnen, gleichzeitig aber Wege aus der Krise finden: „Viele der von der Politik dazu beschlossenen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung – wichtig ist aber deren schnelle und effektive Umsetzung.“ Gerade die regionale Ebene möchte Kämpf dabei nicht außen vor lassen: „Ich glaube nicht, dass es einen zweiten kompletten Shutdown gegeben wird. Wir sollten stattdessen auf regional begrenzte Eindämmung setzen. Jetzt ist die Zeit, sich auf solche Szenarien vorzubereiten. Sollte es zu erneuten Einschränkungen kommen, erwartet die Wirtschaft schnelle Entscheidungen, klare und faire Regeln sowie flexible Konzepte mit mehr Eigenverantwortung für die Unternehmer. Das alles war in der ersten Corona-Phase, die wir gerade hinter uns gebracht haben, nicht immer gegeben.“

Im Rahmen der Sitzung wurde außerdem IHK-Mitarbeiter Helmut Hentschel als neuer Regionalbetreuer für den Gremiumsbezirk vorgestellt. Hentschel ist gebürtiger Straubinger und seit Ende vergangenen Jahres als Weiterbildungsberater und Standortbetreuer für die IHK-Tagungsräume im Theresien Center tätig. In der neuen Funktion hält er noch stärker die Verbindung in die Region und ist für die Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus im Raum Straubing/Straubing-Bogen der zentrale Ansprechpartner der IHK.


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