24.12.2019, 13:14 Uhr

OB-Kandidatin für Straubing Die Grünen schicken Feride Niedermeier ins Rennen ums Rathaus

(v.l.) Feriede Niedermeier bei ihrer Vorstellung und MdL Rosi Steinberger. (Foto: Ernst)(v.l.) Feriede Niedermeier bei ihrer Vorstellung und MdL Rosi Steinberger. (Foto: Ernst)

Am Sonntagabend, den 22. Dezember, haben die Straubinger Grünen Feride Niedermeier einstimmig zu ihrer Kandidatin als Oberbürgermeisterin gewählt. Der Nominierung im Sommerkeller ging eine Vorstellung in Interviewform durch die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger bevor.

STRAUBING Den Abend im mit gut 40 Personen vollen Saal eröffnete Kreisvorsitzende Anita Karl. Sie begrüßte ein weiteres Highlight des Abends, die punkigen Lokalmatadore Brave Bones spielten zum ersten Mal Songs ihres Debütalbums unplugged. Nach deren musikalischen Einstand kam es zur Lüftung des lange gehüteten Geheimnisses, wer für die Grünen ins Rennen um den OB Sitz startet. Wobei der Vorschlag Feride Niedermeier kaum einen überraschte, war doch die Fraktionsvorsitzende zuletzt im Stadtrat die markanteste Stimme der Grünen. In einer Würdigung durch den Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl charakterisierte er Niedermeier als Person, die bei Fragen zuerst genau hinhört, dann darüber nachdenkt und schließlich mit klarem Standpunkt handelt. Zudem sei sie fest in der Stadtgesellschaft verankert und könne keine fünf Meter über den Stadtplatz gehen, ohne angesprochen zu werden. „Das sind Fertigkeiten, die ein idealer Oberbürgermeister für Straubing haben muss“, betonte Grundl.

Die so hoch gelobte ordnete sich selbst wesentlich bescheidener ein. Sie sei konservativ-behütet erzogen worden und erst spät zur Politik gekommen. Allerdings habe das sich Durchsetzen müssen gegen ihre fünf älteren Geschwister, bereits früh einen Gerechtigkeitssinn bei ihr entstehen lassen. Durch ihre Kinder habe sie sich dann die Frage gestellt, welche Erde sie ihnen hinterlassen möchte und kam so zu den grünen Themen. Den Wunsch, etwas für die Gesellschaft beizutragen, hatte sie schon lange davor und war in vielen Vereinen aktiv. Angefangen mit Übersetzungen im Frauenhaus und bei der Caritas, über die Trainertätigkeit im Fußballverein, bis zur Bernauer Darstellerin 1999 und als stellvertretende Vorsitzende des Ausländer- und Migrationsbeirat. Für die Grünen entschied sie sich schließlich durch Cem Özdemir. „Seine Geradlinigkeit und seine Leichtigkeit als anatolischer Schwabe in der Politik haben mich beeindruckt“, so Niedermeier. Auf die Frage nach ihrem Fazit nach sechs Jahren Stadtratsarbeit, führte sie etliche Erfolge wie die Ausweitung der Fußgängerzone und Belebung des Theresienplatzes, ein Sozialticket für den Stadtbus und mehr Geld für die Radwegebeleuchtung an, zu denen die Grünen beigetragen haben. Allerdings gelang nicht alles. „Mein Wunsch war immer, dass wir über die Fraktionsgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Leider ist mir erst ganz zum Schluss mit dem Antrag zum 1€ Tagesbusticket ein gemeinsames Projekt mit der ÖDP gelungen. Da hatte ich mir mehr Offenheit erhofft“, resümierte Niedermeier. Die Zusammenarbeit brachte sie gleich als Wunsch für die neue Stadtratsperiode. „Natürlich werde ich als Oberbürgermeisterin einen guten Antrag einer anderen Partei aufgreifen und unterstützen!“ Ein großes Anliegen ist ihr die Transparenz in der Kommunalpolitik deutlich zu erhöhen. So sollen im Ratsinformationssystem die öffentlichen Sitzungsvorlagen und Protokolle eingestellt werden. „Ich will die Beteiligung der Bevölkerung einfordern. Dafür brauchen sie Informationen über unsere Arbeit“, erläuterte Niedermeier. Stichpunktartig formulierte sie als weitere Ziele die Klimaneutralität Straubings, ein neues ÖPNV Konzept sowie saubere und funktionstüchtige Toiletten an jeder Schule.

Ihr Konzept brachte sie mit dem Slogan „Mut zur Umsetzung“ auf den Punkt. Die Vorstellung bedachte das Publikum mit langem Applaus und der anschließenden einstimmigen Wahl. Als erster Gratulant setzte Stadtratskandidat Matthias Ernst die Zielmarke: „Wir wollen Feride Niedermeier mindestens in die Stichwahl bringen!“


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