30.01.2019, 14:31 Uhr

Vorreiter beim Thema Inklusion Das Institut für Hören und Sprache in Straubing hat in Bayern ein Alleinstellungsmerkmal

Schüler im Klassenraum des Instituts für Hören und Sprache in Straubing, im Hintergrund Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (li.) und Fritz Geisperger, Direktor des IfH. (Foto: Bezirk Niederbayern/Bäter)Schüler im Klassenraum des Instituts für Hören und Sprache in Straubing, im Hintergrund Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (li.) und Fritz Geisperger, Direktor des IfH. (Foto: Bezirk Niederbayern/Bäter)

Rund 860 Kinder und Jugendliche aus Niederbayern und weiten Teilen der Oberpfalz mit einer Hörbehinderung und/oder Sprachbehinderung betreut das Institut für Hören und Sprache (IfH) in Straubing.

STRAUBING Rund 860 Kinder und Jugendliche aus Niederbayern und weiten Teilen der Oberpfalz mit einer Hörbehinderung und/oder Sprachbehinderung betreut das Institut für Hören und Sprache (IfH) in Straubing. Die nächsten vergleichbaren Einrichtungen gibt es in München, Augsburg, Bamberg, Würzburg und Nürnberg. „Doch mit dem gesamten Angebot, das wir vorhalten, haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Bayern“, so Direktor Fritz Geisperger. Bei der Sitzung am Mittwoch (30. Januar) des Bezirksausschusses im IfH stellte er die Entwicklung der traditionsreichen Bezirkseinrichtung vor.

Derzeit besuchen rund 340 Schülerinnen und Schüler in 35 Klassen die beiden Schulen Förderzentrum/Förderschwerpunkt Hören und Schule zur Sprachförderung (Grund- und Mittelschule). In den offenen Klassen der Grundschulstufe werden Schülerinnen und Schüler bereits seit 1999 inklusiv beschult. Das bedeutet, dass Kinder mit Hörbehinderung gemeinsam mit hörenden Kindern die Grundschulzeit verbringen. Das IfH spielte hier eine Vorreiterrolle. Im Herbst 2018 bekam das Institut vom Bayerischen Kultusministerium für sein langjähriges Engagement rund um das Thema Inklusion das Schulprofil „Inklusion“ verliehen.

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hält es „für gesellschaftlich sehr erstrebenswert, dass Menschen mit und ohne Behinderung völlig selbstverständlich das Leben miteinander teilen und damit Inklusion auch wirklich gelebt wird.“ Dass dies möglich ist und davon auch Menschen ohne Behinderung profitieren können, beweise das IfH in Straubing auf vorbildliche Weise. Und es sei umso schöner, wenn Inklusion schon bei den Jüngsten beginne, so Heinrich.

Geisperger hob hervor, dass am Institut intensiv auf die Hörbehinderung von Kindern und Jugendlichen eingegangen werde. Alle Klassen seien mit modernen Kommunikationsanlagen ausgestattet. Auch die Raumakustik und die Sitzordnung im Halbkreis kommen den besonderen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler entgegen. Unterrichtet wird nach den Lehrplänen der Regelschulen. Dies garantiere eine hohe Durchlässigkeit der einzelnen Schulformen. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst und die Interdisziplinäre Frühförderstelle für Kinder mit Hörbehinderung betreuen und begleiten rund 500 weitere Kinder und Jugendliche – nicht in Straubing, sondern an ihren Wohnorten. Außerdem gibt es an dem Institut eine Pädagogisch-audiologische Beratungsstelle, an der Eltern ihre Kinder mit Hör- und Sprachauffälligkeiten vorstellen können, eine schulvorbereitende Einrichtung mit zwei Gruppen sowie die Inklusive Kindertagesstätte „Sonnenschein“.

Im Herbst wird eine inklusive Kinderkrippe für Kleinkinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf Hören eingerichtet. Internat und Sonderpädagogische Tagesstätte bieten ein Angebot für Kinder und Jugendliche, die während der ganzen Woche in Straubing sind oder eine Ganztagsbetreuung in Anspruch nehmen möchten Am Institut für Hören und Sprache arbeiten rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen.

Mehr Informationen unter www.ifh-straubing.de


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