15.11.2018, 11:15 Uhr

Nach Debakel bei der Landtagswahl Jusos Niederbayern fordern Verjüngung bei der SPD

Sitzung des Bezirksvorstands in Straubing

STRAUBING Nur noch 9,7 Prozent der Stimmen: Nach dem schwachen Ergebnis der Bayern-SPD bei der Landtagswahl im Oktober hat der Partei-Nachwuchs seine Analyse des Wahldebakels vorgelegt. Bei einer Sitzung des niederbayerischen Bezirksvorstands der Jusos am Sonntag in Straubing machte Bezirksvorsitzende Luisa Haag den Finger in die Wunde: Ihrer Meinung nach hat die SPD im Freistaat hat ein Altersproblem.

Vor allem bei den jungen Wählern habe die SPD massiv an Zustimmung verloren, bilanzierte Haag. Einer der Hauptgründe sei die „Überalterung von Wahllisten, welche keine jungen Kandidierenden auf den vorderen Plätzen enthalten. Die gegenwärtige Fraktion, deren jüngste Mitglieder 44 Jahre alt sind, bildet die Hälfte unserer Gesellschaft - und insbesondere die Jugend in Bayern - demografisch nicht ab. Kein Wunder, dass so kaum Stimmen junger Menschen gewonnen werden konnten“, erklärte die 23-Jährige.

Viele junge Sozialdemokraten hätten für den Landtag kandidiert, ihnen seien jedoch aussichtsreiche Plätze verwehrt worden. „Will die SPD für jüngere Wählerinnen und Wähler attraktiver werden, dann muss sie Partizipationskanäle für junge Leute schaffen und deren Interessen auch klar nach außen tragen. Sichere Listenplätze für junge Kandidierende, die Verjüngung der Parteigremien und die Schaffung inklusiverer Strukturen, beispielsweise von Mitgliederparteitagen auf unteren Organisationsebenen, sowie ein Ernstnehmen junger Menschen müssen nun als zukünftige Herausforderungen angegangen werden“, forderte Haag.

 

Unterstützung für den Kurs der Niederbayern-Jusos gab es bei der Sitzung in Straubing vom stellvertretenden Juso-Bundesvorsitzenden Sepp Parzinger: „Wenn, wie Natascha Kohnen (Vorsitzende der Bayern-SPD, d,. Red.) sagt, die Jungen das Gesicht der Partei werden sollen, dann müssen auch wirkliche Perspektiven für junge Menschen geschaffen werden - und das auch konkret in den einzelnen Bezirken.“


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