01.11.2018, 13:54 Uhr

„Völlig überdimensioniert“ Grüne wollen geplante Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Straubing verhindern

(Foto: Pressemitteilung)(Foto: Pressemitteilung)

Die Grünen im Straubinger Stadtrat haben ein Ratsbegehren gegen den Bau einer geplanten Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit einer Kapazität von 120.000 Tonnen pro Jahr beantragt.

STRAUBING Die Grünen im Straubinger Stadtrat wollen den geplanten Bau einer Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit einer Kapazität von 120.000 Tonnen pro Jahr verhindern. Einen entsprechenden Antrag hat die Grünen-Fraktion am Donnerstag (1. November) an Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) geschickt.

Die Verbrennungsanlage soll auf dem Areal der SER (Straubinger Entwässerung und Reinigung), einem Eigenbetrieb der Stadt Straubing, in der Imhoff-Straße entstehen. Bei der Entscheidung im Stadtrat Anfang 2017 hatten die Grünen geschlossen gegen den Bau gestimmt. „Unsere Fraktion stellt sich durchaus der Verantwortung für die Entsorgung des in Straubing anfallenden Klärschlamms. Wir sind aber überzeugt, dass die geplante Anlage für Straubing völlig überdimensioniert ist“, sagt Fraktionschefin Feride Niedermeier (Foto). Und weiter: „Bei der geplanten Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage werden 120.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm verbrannt. Aktuell fallen im Klärwerk 8.500 Tonnen entwässerter Klärschlamm aus Straubing und der Umgebung an. Um die riesige Verbrennungsanlage betreiben zu können, müssen also 111.500 Tonnen, das sind 93 Prozent des zu verbrennenden Klärschlamms aus ganz Ostbayern, nach Straubing gefahren werden. Durch Transport und Verbrennung würde Straubing und die Umgebung mit deutlich mehr Schadstoffen belastet werden.

Die Grünen favorisieren dagegen die „kleine Lösung“, eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit einer Kapazität in Höhe des jährlich in der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen anfallenden Klärschlamms, und wollen nun über ein Ratsbegehren einen Bürgerentscheid herbeiführen. „Der Stadtrat muss nach unserem Dafürhalten ein Ratsbegehren zu Klärschlammverbrennungsanlage initiieren. Eine so weitreichende Entscheidung, die die Gesundheit der Menschen in Straubing negativ beeinträchtigen kann, darf auch der gewählte Stadtrat nicht einfach über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg entscheiden“, fordert Niedermeier.


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