19.09.2018, 12:24 Uhr

Zellmeier kämpferisch „Es geht um die Zukunft unseres Landes“

Der Laberweintinger Josef Zellmeier ist seit 2003 Mitglied des Landtags. Im März dieses Jahres wurde er als Staatssekretär in die Bayerische Staatsregierung berufen. (Foto: Steffen Leiprecht)Der Laberweintinger Josef Zellmeier ist seit 2003 Mitglied des Landtags. Im März dieses Jahres wurde er als Staatssekretär in die Bayerische Staatsregierung berufen. (Foto: Steffen Leiprecht)

Josef Zellmeier, Staatssekretär und CSU-Direktkandidat im Stimmkreis Straubing, hat im Wochenblatt-Interview bekräftigt, dass die CSU bei der Landtagswahl die absolute Mehrheit anpeilt.

Straubing. Am 14. Oktober finden in Bayern die Landtagswahlen statt. Im Anschluss an den CSU-Parteitag in München am vergangenen Wochenende sprach das Wochenblatt mit Staatssekretär Josef Zellmeier (54). Der CSU-Direktkandidat im Stimmkreis Straubing über seine ersten sechs Monate als Staatssekretär, schlechte Umfragewerte seiner Partei – und warum die CSU am Ziel einer Alleinregierung festhält.

Herr Zellmeier, am 21. März, also vor fast genau einem halben Jahr, wurden Sie als Staatssekretär im Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ins Bayerische Kabinett berufen. Beschreiben Sie doch kurz, inwieweit sich ihr Leben dadurch verändert hat.

Als neuer Staatssekretär am Aufbau eines neuen Ministeriums mit veränderten Zielsetzungen mitzuwirken, ist eine riesige Herausforderung. Vieles ist extrem kurzfristig gelaufen, manche Ideen wurden im Eilzugstempo umgesetzt, andere mussten wieder verworfen werden. Und das Alles kurz vor einer Landtagswahl. Manchmal ging das an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit. Und natürlich ist mein Terminkalender, der eh schon gut gefüllt war, noch enger geworden.

In der Region Straubing war in der Vergangenheit immer wieder der Wunsch nach einer „starken Stimme“ in München zu vernehmen, um Interessen Straubings und des Landkreises besser durchzusetzen. Ist Ihnen eine Einflussnahme als Staatssekretär eher möglich als als Abgeordneter?

Als parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion hatte ich bereits vorher viele Möglichkeiten, die Entwicklung meines Stimmkreises voranzutreiben. Allerdings haben die meisten Themen, die für unsere Region wichtig sind, mit Bau und Verkehr zu tun. Darauf habe ich als zuständiger Staatssekretär natürlich besonders großen Einfluss. So ist es mir gelungen, den Planungsbeginn der B20 zu beschleunigen und den Kauf des Karmelitenklosters umzusetzen.

Beherrschendes Thema ist die Landtagswahl am 14. Oktober. Im „Kontrovers-BayernTrend“ liegt die CSU bei nur noch 35 Prozent. Bleibt das Ziel die absolute Mehrheit oder schaut man sich schon nach möglichen Koalitionspartnern um?

Bayern hat sich unter Führung der CSU am besten entwickelt und alle anderen Bundesländer überholt. Das geht nur mit einer starken CSU. Deshalb streben wir weiterhin eine eigene Mehrheit an.

Am Wochenende waren Sie beim CSU-Parteitag in München. Können Sie die Atmosphäre beschreiben?

Die Stimmung war kämpferisch. Die schlechten Umfragewerte spornen uns an.

Das müssen Sie etwas näher erklären ...

Ministerpräsident Markus Söder hat klar gemacht, dass Bayern politisch stabil bleiben muss. Wenn die Umfragen stimmen und tatsächlich sieben Parteien in den Landtag einziehen sollten, dann kriegen wir Berliner oder sogar italienische Verhältnisse. Das würde der Entwicklung des Freistaats enorm schaden. Es geht jetzt um die Zukunft unseres Landes.

Im Wahlkampf wird schon mal kräftig ausgeteilt. Wie empfinden Sie den Umgang der politischen Mitbewerber untereinander in Ihrem Heimatwahlkreis Straubing?

Ich gehe persönlich fair mit der politischen Konkurrenz um und erwarte das auch von meinen Gegenkandidaten. Bisher scheint das zu klappen.


0 Kommentare