08.01.2018, 14:39 Uhr

Zoff um Labertaltrasse Bürgerinitiative greift Grünen-Bundestagsabgeordneten Grundl an

Die Bürgerinititative kontert in einer Stellungnahme die Kritik vom Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl (Foto: Pressemitteilung)Die Bürgerinititative kontert in einer Stellungnahme die Kritik vom Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl (Foto: Pressemitteilung)

Nach der Kritik vom Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl (Grüne) an der geplanten Labertaltrasse meldet sich jetzt die Bürgerinitiative „Umgehung jetzt“ zu Wort

MALLERSDORF-PFAFFENBERG Die geplante Trasse durchs Labertal erhitzt die Gemüter. Nachdem der Grünen-Bundestagsabgeornete Erhard Grundl in der vergangenen Woche deutliche Kritik an dem Projekt geübt hatte, melden sich jetzt Befürworter, die eine Bürgerinitiative unter dem Namen „Initiative Umgehung jetzt“ gegründet haben, zu Wort. Die Stellungnahme im Wortlaut:

Mit großer Verwunderung hat die Initiative Umgehung jetzt! den Artikel vom 5.1.2018 zur Kenntnis genommen. Der Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl von den Grünen befürchtet darin durch den Bau der Umgehungstraße für Mallersdorf-Pfaffenberg eine „Zerstörung des Kleinen Labertals“. Offenbar in Unkenntnis der Fakten wird zudem von einem „mindestens 5 Meter hohen Damm“ berichtet.

Tatsache ist, die Planer der Umgehungsstraße haben anhand der örtlichen topografischen Reallage eine Lösung erarbeitet, die die Überquerung der Kleinen Laber mittels Brückenbauten ausgleicht. Dazu befinden sich in den ersten etwa 600 Metern der neuen Umgehungsstraße Brückenbauten mit einer Länge von 199 Metern. Hier von einem „Damm“ zu sprechen ist schlichtweg übertrieben, da die höhengleich an das bestehende Straßennetz angeschlossen wird und die Gesamtlänge 4,1 km beträgt. Die Art der gewählten Bauweise führt selbst unter Berücksichtigung der schlimmsten Hochwasserszenarien zu keiner Verschlechterung der bereits bestehenden Situation.

Auch das angesprochene Verkehrsgutachten schien dem Grünen-Politiker wohl kaum vorgelegen zu haben, denn dieses spricht sich deutlich für den Bau der Umgehungsstraße aus: die einzelnen Ortsteile werden demnach zwischen 37 % und 77 % entlastet, vorwiegend vom belastenden Schwerverkehr, der laut Gutachten zu 54 % reinen Durchgangsverkehr darstellt.

Auch die Quelle für die genannten 20 Mio. Euro Baukosten bleibt sein Geheimnis, denn das Staatliche Bauamt Passau setzt diese auf 11,8 Mio. Euro fest. Verschwiegen wird von Erhard Grundl ebenso, dass sich die Gegner der Labertaltrasse für eine wesentlich längere Umgehungsstraße einsetzen, die um den Faktor 2,5 teurer geplant werden müsste.

Nicht zuletzt ist ein Blick auf das Wahlprogramm des Grünen-Politikers interessant, in dem MdB Erhard Grundl explizit mehr Entscheidungskompetenz der Bürger durch Bürger- und Volksentscheide, fordert. In Mallersdorf-Pfaffenberg gab es bereits zwei (!) Bürgerentscheide, in denen sich die Bürger für den Bau der geplanten Umgehungsstraße und diese Trassenführung ausgesprochen haben!

Uns stellt sich daher die Frage, ob nicht gerade ein Bundestagsabgeordneter, mit sich mit diesen Idealen schmückt, demokratische Entscheidungen akzeptieren, damit dem Bürgerwillen entsprechen und vor allem persönliche Belange zurückstellen sollte.


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