12.12.2017, 20:35 Uhr

Trotz Differenzen „Es geht um eine gute Zusammenarbeit auch über Parteigrenzen hinweg“

Landrat Josef Laumer (links) empfing den neuen Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl, der gemeinsam mit Grünen-Stadträtin Feride Niedermeier ins Landratsamt gekommen war. (Foto: Landratsamt)Landrat Josef Laumer (links) empfing den neuen Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl, der gemeinsam mit Grünen-Stadträtin Feride Niedermeier ins Landratsamt gekommen war. (Foto: Landratsamt)

Landrat Josef Laumer (CSU) und der neue Straubinger Bundestagsabgeordnete Erhard Grundl (Grüne) trafen sich zum Gedankenaustausch im Landratsamt.

STRAUBING Gemeinsam für die Region – das war das Motto eines Treffens zwischen Landrat Josef Laumer und dem neuen Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl. „Ich kann nur anbieten, dass ich mich einbringe, wenn es entsprechende Anliegen gibt“, so der Abgeordnete.

 

Dementsprechend wurde eine ganze Palette von Themen besprochen, die die Region betreffen. Das Thema zweite Eisfläche in Straubing stand dabei ganz am Anfang. Landrat Josef Laumer machte noch einmal deutlich, dass der Landkreis bereits im Frühjahr im Kreisausschuss einen Beschluss fasste und ab 2018 Mittel im Haushalt über 20 Jahre und insgesamt 600.000 Euro bereitstellt. Mit Erhard Grundl war er sich dabei einig, dass nun die Stadt Straubing mit einem detaillierten Konzept und Finanzierungsplan gefordert ist.

 

Einig waren sich beide auch, dass in der Flüchtlingsfrage eine dezentrale Unterbringung für die Integration deutlich besser sei als große zentrale Unterkünfte, wie sie beispielsweise in Bogen geplant sind. „Auch für die Helferkreise sind solche zentralen Unterkünfte teilweise demotivierend“, machte Laumer deutlich. Hier würden die Kreise, Gemeinden und Städte aber nur die Vorgaben der Gesetzgeber umsetzen.

 

„Das Krankenhauswesen ist ein sehr wichtiges Thema für mich“, macht Josef Laumer mit Blick auf die Kreiskliniken Mallersdorf und Bogen deutlich. „Meine Unterstützung dafür hast Du“, sieht auch Grundl gerade in der ländlichen Region Straubing-Bogen bei den Kreiskliniken wichtige Versorgungsträger für die Fläche.

 

„Natürlich ist man nicht immer einer Meinung. Das ist halt in der Politik so“, betonte Josef Laumer angesichts unterschiedlicher Ansichten bei den Punkten Trasse durch das Labertal und den zukünftigen Möglichkeiten beim ÖPNV. „Man braucht Entlastung für die Dörfer und Gemeinden. Ich will sicher auch nicht leichtfertig Flächen versiegeln und ich passe da wirklich auf.“ Aus seiner eigenen dienstlichen Erfahrung als Polizeibeamter wusste der Landrat aber von schlimmen Verkehrsunfällen zu berichten, weil Verkehrslawinen durch die Ortschaften rollten. „Solche Dinge können verhindert werden.“ Erhard Grundl vertrat bei der geplanten Straße durch das Labertal eine konträre Meinung: „Diese Straße zerstört wertvolle Natur und erhöht die Hochwasserrisiken für die Anlieger. Außerdem wird diese Trasse zu mehr Verkehrsaufkommen führen.“

 

Um Unterstützung bat Josef Laumer auch bei den wichtigen Infrastrukturprojekten B20-Ausbau und Umgehung Straßkirchen. „In Sachen Straßkirchen sind wir einer Meinung“, so Grundl. „Aber beim B20-Ausbau sehe ich die Probleme auf einer anderen Seite. Durch den Landesentwicklungsplan gibt es die Gefahr, dass künftig an jeder Ausfahrt ein Gewerbegebiet entsteht. So eine Landschaft durchgehend zwischen Cham und Landau will ich nicht. Das sind amerikanische Verhältnisse und hat mit unserer Heimat nichts mehr zu tun.“

 

Erhard Grundl kritisierte, dass Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt durch seine Zustimmung eine EU-Zulassung des Unkrautgifts Glyphosat für weitere fünf Jahre ermöglicht hat. Zum Thema Glyphosat konnte der Landrat aus der Antwort auf eine Anfrage an die Verwaltung aus dem Frühjahr zitieren: „In unserem Auftrag werden auf landkreiseigenen Grünflächen keine glyphosathaltigen Herbizide ausgebracht.“ Insgesamt sei aber auch in diesem Bereich eine sachliche Diskussion, bei der auch die Vor- und Nachteile anderer Mittel angesprochen werden müssten, angebracht.

  

Trotz mancher Differenzen: „Es geht um eine gute Zusammenarbeit auch über Parteigrenzen hinweg“, betonten Laumer und Grundl unisono. „Gerade die Menschen in der Region erwarten von uns, dass wir Ergebnisse liefern und uns um ihre Belange kümmern und keinen Parteienstreit.“ So kann man dann durchaus in der Sache unterschiedlicher Meinung sein, aber trotzdem zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam arbeiten. „Ich kenne Erhard Grundl schon lange und bin mir sicher, dass er sich für die Belange des Landkreises Straubing-Bogen im Rahmen seiner Möglichkeiten in Berlin entsprechend einsetzen wird“, sagte Laumer abschließend.


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