18.11.2017, 16:28 Uhr

Erschreckende Bilder aus Falkenfels „Die Menschen haben Angst“


Landrat Josef Laumer und Bundestagsabgeordneter Alois Rainer haben die Flüchtlingsunterkunft in Falkenfels besucht.

FALKENFELS Nachdem vier Bewohner eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Falkenfelser Ortsteil Hirschberg verwüstet haben (das Wochenblatt berichtete), ist es in der vergangenen Woche zu einem Krisengipfel gekommen. Landrat Josef Laumer sowie Vertreter des Trägervereins, Polizei, Gemeinde, Jugend- und Ausländeramt sowie von der Heimaufsicht der Regierung von Niederbayern berieten über die aktuelle Situation und legten die Marschrichtung für die Zukunft fest. Mittlerweile hat sich der Landrat zusammen mit Bundestagsabgeordneten Alois Rainer und Bürgermeister Ludwig Ettl vor Ort ein Bild der Lage gemacht.

„So etwas soll mit allen gegebenen Mitteln in Zukunft verhindert werden und darf nicht mehr vorkommen“, so Laumer. „Die Menschen vor Ort fühlen sich nicht mehr sicher. Unsere Aufgabe ist es aber, für die Menschen in unserer Region da zu sein. Der Schutz der Öffentlichkeit hat für mich absolute Priorität. Deshalb habe ich auch darauf gedrängt, dass die drei Haupträdelsführer nicht mehr hierher zurückkehren. Nicht um sie zu belohnen, sondern um den Ängsten und Sorgen der Menschen hier Rechnung zu tragen. Außerdem gibt es viele Punkte, bei denen wir auf die Mithilfe in Berlin hoffen.“

Bei den Randalierern handelte es sich um vier Jugendliche (15, 16) aus Afghanistan. Drei Rädelsführer werden nicht mehr nach Hirschberg zurückkehren, gab das Landratsamt bekannt. Zudem werde es ein überarbeitetes „Krisen- und Schutzkonzept“ geben. Unter anderem soll die Höchstbelegung in der Einrichtung bei sechs Personen liegen. Zum Zeitpunkt der Randale am vorvergangenen Samstag waren dort sieben Jugendliche untergebracht, die von verschiedenen Jugendämtern in Bayern geschickt worden waren. Das Wohnheim ist für traumatisierte und psychisch auffällige junge Leute konzipiert und die einzige therapeutische Einrichtung für minderjährige Flüchtlinge in Niederbayern.

Für Erstaunen sorgte der Geschäftsführer vom „Betreuungsverein 1:1 soziale Partnerschaften e.V.“, dem die Trägerschaft des Wohnheims obliegt.

Hatte die Polizei zunächst einen Sachschaden im und am Gebäude sowie an einem Polizeiauto von 20.000 Euro angegeben, bezifferte der Geschäftsführer den Sachschaden nun auf rund 3.000 Euro. Das Wochenblatt hat weiteres Fotomaterial von den Verwüstungen im Innern des Wohnheims erhalten, das bis heute nicht wieder bewohnbar ist. Ob die Einrichtung nach Beseitigung der Schäden wieder in Hirschberg sein wird, ist offen. Der Trägerverein hat eine Verlegung der Unterkunft angekündigt, sobald „andernorts eine passende Räumlichkeit gefunden wird“, gab das Landratsamt bekannt.


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