15.11.2017, 20:57 Uhr

Flüchtlingsrandale in Falkenfels Krisengipfel im Landratsamt

In einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Falkenfels kam es am Samstag zu Randalen. (Foto: FF Falkenfels)In einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Falkenfels kam es am Samstag zu Randalen. (Foto: FF Falkenfels)

Landrat Josef Laumer: „Der Schutz der Öffentlichkeit hat für mich absolute Priorität“ - Erste Maßnahmen nach dem Polizeieinsatz in der therapeutischen Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige.

FALKENFELS Nach dem Polizeieinsatz in der therapeutischen Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige am Wochenende in Hirschberg (Gemeinde Falkenfels) bat Landrat Josef Laumer zu einem Gespräch mit Träger, Polizei, Bürgermeister, Jugend- und Ausländeramt sowie der Heimaufsicht der Regierung von Niederbayern.

„So etwas soll mit allen gegebenen Mitteln in Zukunft verhindert werden und darf nicht mehr vorkommen“, begründet der Landrat die umgehende Einberufung des Termins. „Die Menschen vor Ort fühlen sich nicht mehr sicher. Unsere Aufgabe ist es aber, für die Menschen in unserer Region da zu sein. Der Schutz der Öffentlichkeit hat für mich absolute Priorität.“ Er habe zahlreiche Zuschriften bekommen, in denen Anlieger ihre Besorgnis äußern. „Das nehmen wir sehr ernst“, so Laumer.

Träger der Einrichtung ist der Verein „Betreuungsverein 1:1 soziale Partnerschaften e.V.“. In der Unterkunft befanden sich zuletzt sieben Jugendliche, die von vier verschiedenen bayerischen Jugendämtern geschickt wurden.

Der Runde Tisch brachte auch bereits erste Ergebnisse: So werden die drei Haupträdelsführer nicht mehr nach Hirschberg zurückkehren. Am Samstag hatten vier Jugendliche in der Unterkunft randaliert. Im und am Haus selbst wurden Einrichtungsgegenstände und Fenster zerstört. Hinzu kommt eine zerstörte Windschutzscheibe bei einem Polizeiauto.

Künftig soll es in der Unterkunft ein anderes Krisen- und Schutzkonzept geben, zudem wird die Höchstzahl der Belegung auf sechs festgesetzt. Außerdem kündigte der Trägerverein eine Verlegung der Unterkunft an, sobald andernorts eine passende Räumlichkeit gefunden wird. Derzeit ist die Unterkunft noch geschlossen, ein Wiedereröffnungstermin steht noch nicht fest.

„Vorfälle wie am Samstag sind absolut schädlich und nicht hinnehmbar“, machte Landrat Laumer abschließend deutlich. „Der Staat darf vor solchen Jugendlichen nicht kapitulieren. Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich mehrere Bewohner der Einrichtung auch während der Randale vorbildlich verhalten hatten und nicht an den Aktionen beteiligt haben. Im Gegenteil, diese haben sogar einen Notruf abgesetzt. Mit den jetzt getroffenen Vereinbarungen soll gezeigt werden, dass die Sorgen und Ängste der Bevölkerung erst genommen und Maßnahmen ergriffen werden.“


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