26.12.2020, 19:50 Uhr

Oberbürgermeister Michael Cerny „2020 war ein verrücktes Jahr!“

 Foto: Michael Sommer Foto: Michael Sommer

Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny übermittelt seine Weihnachts- und Neujahrsgrüße.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2020 war ein verrücktes Jahr! Vieles von dem, was wir liebgewonnen haben, fiel dem Rotstift beziehungsweise dem Coronavirus zum Opfer. Unser geliebtes Bergfest? Nicht durchführbar! Sich mit Freunden beim Altstadtfest treffen? Fehlanzeige! Es war ein Jahr mit vielen Ein- und Beschränkungen und auch einen Weihnachtsmarkt in der gewohnten Form durchzuführen hätte selbst unter strengsten Auflagen und Vorgaben nicht funktioniert.

Auch die Situation im Kunst- und Kulturbereich war vor allem durch Absagen geprägt. Nur für einen kurzen Zeitraum und unter besonderen Vorkehrungen war es möglich, eine Vernissage, ein Konzert oder ein ähnliches Ereignis zu besuchen. Das tat uns allen sehr weh, ganz besonders aber natürlich all Jenen, die normalerweise für diesen Kunstgenuss verantwortlich zeichnen und darum heute mit leeren Händen dastehen.

Diese wirtschaftlichen Probleme sind natürlich auch in vielen anderen Branchen und vor allem in den Klein- und Kleinstunternehmen an erste Stelle getreten. Auch zahlreiche Beschäftigte sind betroffen und müssen mit weniger Geld auskommen sowie um ihren Arbeitsplatz fürchten. Sicher, es wurden große Anstrengungen für einen finanziellen Ausgleich unternommen. Doch trotz alledem wird es kaum gelingen, alle, die unter der Coronakrise zu leiden hatten und haben, vor deren schmerzhaften Auswirkungen zu bewahren.

Das betrifft natürlich ganz besonders all jene Menschen, die einen lieben Angehörigen oder Freund an diese tückische Krankheit verloren haben und ihren Lieben vielleicht nicht einmal in der Stunde ihres Todes beistehen konnten. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl – wie auch all den Bürgerinnen und Bürgern, die diesem Schicksal zwar entkommen sind, jedoch noch lange Zeit unter den Folgen ihrer Erkrankung zu leiden haben.

Ja, 2020 war ein schweres Jahr. Dennoch meine ich, dass es andererseits auch viele positive Aspekte gibt und wir Anlass dazu haben, ein optimistisches und erfreuliches Resümee zu ziehen. Man denke nur an die Disziplin, die uns abverlangt wurde, wenn es um Kontakte geht! Wohl kaum einer von uns war sich vor der Pandemie bewusst, wie sehr wir unser soziales Miteinander brauchen und wie sehr wir es vermissen werden, wenn es uns nicht mehr in gewohnter Weise möglich ist.

Ganz besonders freue ich mich, dass wir trotz alledem souverän und menschlich geblieben sind. Auch wenn sich inzwischen etwas mehr Unmut und Ungeduld in der Bevölkerung breitmacht, es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie man sich gegenseitig unterstützt, hilft, wo Not am Mann ist, und zeigt, was Solidarität bedeutet. Eindrucksvolle Beispiele dafür sind die zahlreichen ehrenamtlichen Aktionen wie das Maskennähen im Frühjahr, aber auch die Einkaufshilfen und Lebensmittellieferungen, die bis zum heutigen Tag angeboten werden. Nicht zu vergessen, die Menschen, die in der Medizin und in der Pflege tätig sind und schier Übermenschliches geleistet haben!

Auch die Aktionen unseres Einzelhandels, des Stadtmarketings, der Park- und Werbegemeinschaft, der Serviceclubs sowie unserer städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Gewerbebau dürfen in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Schließlich haben sie damit nicht nur die Tage ein wenig fröhlicher und bunter gemacht, sondern auch dafür gesorgt, dass selbst dann, wenn wir wieder etwas mehr Normalität leben dürfen, so Manches Bestand haben wird.

Wir haben also viel gelernt – und das in vielerlei Hinsicht. Wir wissen jetzt, dass wir Zeit und Ressourcen sparen können, wenn wir persönliche durch virtuelle Treffen ersetzen. Wir haben erkannt, dass Gewohnheiten, die wir bisher als selbstverständlich hingenommen haben, es hin und wieder wert sind, überdacht, erneuert und angepasst zu werden. Und so mancher von uns, der zwangsweise sein Hamsterrad verlassen musste, wird sich genau überlegen, ob er in diesen Trott wieder einsteigen soll oder ob es nicht einen neuen, besseren Weg zu beschreiten gilt.

Alle diese Punkte – wie klein oder wie bedeutungsvoll sie auch sein mögen – tragen dazu bei, dass wir zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Auch die Tatsache, dass Schnelltests uns mehr Möglichkeiten eröffnen und mit dem Impfstart der Kampf gegen das Virus aufgenommen werden kann, lässt uns neuen Mut und Hoffnung schöpfen. Verzagen wir also nicht und freuen wir uns darauf, dass die Situation sicherlich im kommenden Jahr besser werden wird – selbst wenn wir noch einige Zeit darauf warten müssen.

Darum haben wir auch allen Grund, die Fest- und Feiertage so gut es geht zu genießen und mit unseren Liebsten zu teilen. Auch wenn die familiäre Runde an Weihnachten vielleicht etwas kleiner ausfällt, weniger Geschenke unter dem Christbaum liegen und das neue Jahr nicht mit Pauken und Trompeten begrüßt werden kann. Nehmen wir uns die Zeit, stattdessen wirklich ein paar stade Tage zu verbringen, innere Einkehr zu betreiben und den Menschen, die uns wichtig sind, auch so nahe zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes, friedvolles und hoffnungsfrohes Weihnachtsfest sowie einen guten Start in das Jahr 2021. Vor allem aber wünsche ich Ihnen Gesundheit und ein Jahr, das an jedem Tag einen Moment der Freude, des Glücks und der Zuversicht für Sie bereithält.


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