15.12.2020, 13:23 Uhr

Gedenken „Wir haben die Opfer Osman, Fatma und Mehmet Can und Jürgen Hübener nicht vergessen“

 Foto: Hohler Foto: Hohler

Am 17. Dezember jährt sich zum 32. Mal der Brandanschlag auf das „Habermeier-Haus“ in Schwandorf, bei dem am 17. Dezember 1988 eine dreiköpfige türkische Familie und ein 47-jähriger Schwandorfer ihr Leben lassen mussten.

Ortsmarke. „Wir haben die Opfer Osman, Fatma und Mehmet Can und Jürgen Hübener nicht vergessen. Weil er Ausländer hasste, legte ein damals 19-jähriger Rechtsextremist vorsätzlich in dem Gebäude Feuer – den Schwandorfern wird diese schreckliche Brandnacht für immer in Erinnerung bleiben“, so Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller.

„Wir alle sind aufgerufen, Intoleranz, Hass und Gewalt abzulehnen. In der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein und in allen gesellschaftlichen Bereichen sind wir aufgefordert, mit Entschlossenheit jeder Diffamierung und jedem Angriff auf Minderheiten entgegen zu treten und sich für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen. Wer mit Gewalt versucht, Ausländer, Juden, Muslime, politische Gegner, Vertreter des Staates oder Mitbürgerinnen und Mitbürger einzuschüchtern, wer sich über Toleranz und sittliche Werte hinwegsetzt, darf nicht mit stillschweigendem Einverständnis rechnen“, so Feller.

Der Schwandorfer Stadtrat hat den einstimmigen Beschluss gefasst, in einer jährlich wiederkehrenden kommunalen Gedenkstunde, an die Opfer des Brandanschlages zu erinnern und ein Bekenntnis für Frieden und Demokratie abzulegen. „In diesem Jahr machen leider die landesweit geltenden Einschränkungen der Corona-Pandemie die Durchführung der Gedenkstunde in der bisherigen Form nicht möglich. Mit großem Bedauern muss daher die öffentliche Gedenkfeier zum Brandanschlag vom 17. Dezember 1988 abgesagt werden. Dennoch wollen wir an diesem Tag dem unbegreiflichen Anschlag gedenken und uns der Opfer erinnern. Am 17. Dezember werde ich daher in aller Stille am Gedenkstein am Schlesierplatz einen Kranz niederlegen. Die Bevölkerung ist – unter Einhaltung der geltenden Corona-Regelungen – herzlich eingeladen, in einer ruhigen Gedenkminute am Gedenkstein inne zu halten und eine Blume niederzulegen. Beweisen Sie mit uns gemeinsam, dass Schwandorf bunt ist und keinen Platz bietet für Terror, Gewalt und Extremismus.“


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