09.11.2020, 16:06 Uhr

Geschichte Marianne Schieder – „9. November ist Appell und Auftrag“

 Foto: Thomas Trutschel/photothek.net Foto: Thomas Trutschel/photothek.net

Wie kein anderer Tag in der deutschen Geschichte mahnt der 9. November zum Eintreten für Demokratie und zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann 1918, der gescheiterte Hitler-Putsch 1923, die Reichspogromnacht 1938 und der Fall der Berliner Mauer 1989: Der 9. November steht wie kein anderer Tag für die wechselhafte Geschichte in Deutschland.

Landkreis Schwandorf. Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder betont: „Dieser Tag zeigt uns mit Blick auf das Jahr 1989 einerseits, wie Menschen Grenzen überwinden und damit Diktaturen beenden können. Dieser Tag symbolisiert einen Aufbruch, weil 1918 die Monarchie überwunden und Demokratie geschaffen wurde. Dieser Tag führt aber auch andererseits schmerzlich vor Augen, welchen Herausforderungen und Angriffen die Demokratie ausgesetzt ist. Deshalb ist er Appell und Auftrag: Wir müssen heute – in einer Zeit, in der jüdisches Leben wieder zum Angriffsziel wird – mehr denn je für unsere Demokratie einstehen und sie immer und überall verteidigen. Wir müssen streiten für eine lebendige Debatte, für Frieden und Vielfalt in unserem Land.“

Wichtig sei die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, damit nie vergessen werde, welche Gräueltaten von uns Deutschen ausgegangen sind und wie vielen Menschen unfassbares Leid angetan wurde. „Ich freue mich sehr, dass der Deutsche Bundestag Anfang Oktober eine gemeinsame Dokumentations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte, die sich mit der Geschichte und Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft im Osten und Südosten Europas auseinandersetzt, beschlossen hat“, so die Abgeordnete. Die Bundesregierung werde bis 31. Dezember einen Realisierungsvorschlag zur Errichtung einer solchen Einrichtung sowie einen Zeit- und Maßnahmenplan vorlegen und kontinuierlich über den Arbeitsstand berichten. „Damit wird eine große Lücke in der deutschen Erinnerungskultur endlich geschlossen“, unterstreicht Schieder.


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