28.10.2020, 11:47 Uhr

Gemischte Prognosen IHK-Gremium Schwandorf diskutiert über Auswirkungen der Corona-Pandemie

Der neue Gremiumsgeschäftsführer Markus Huber, Gremiumsvorsitzender Hubert Döpfer, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes und IHK-Präsident Michael Matt. Foto: BayreutherDer neue Gremiumsgeschäftsführer Markus Huber, Gremiumsvorsitzender Hubert Döpfer, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes und IHK-Präsident Michael Matt. Foto: Bayreuther

Die Unternehmerinnen und Unternehmer des IHK-Gremiums Schwandorf tauschten sich vergangene Woche über den Wirtschaftsstandort im Corona-Modus aus. „Die leichte gesamtwirtschaftliche Erholung im Herbst kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich nur jedes fünfte Unternehmen im IHK-Bezirk wieder auf Vorkrisenniveau befindet“, sagte IHK-Präsident Michael Matt bei der Sitzung zu Gast im Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller Schwandorf.

Schwandorf. Die Corona-Krise wirke sich unterschiedlich stark auf die Wirtschaftszweige aus. Selbst innerhalb der Branchen, etwa im Handel und bei Dienstleistern, gebe es Gewinner und Verlierer. Corona treibe die Unternehmen und die IHK maßgeblich um. Umso erfreulicher sei es, dass die Firmen trotz aller aktuellen Schwierigkeiten nach vorne schauen. „Die regionalen Unternehmen investieren in die Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte und verlieren auch andere Standortthemen nicht aus dem Blick“, betonte Gremiumsvorsitzender Hubert Döpfer.

Ausbildung sichert Fachkräfte

Wie wichtig das Thema Aus- und Weiterbildung auch in Corona-Zeiten sei, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Zum Ausbildungsbeginn Anfang September startete man im Vorjahresvergleich mit einem deutlichen Minus an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Der Rückgang um 18,8 Prozent konnte bis dato auf ein Minus von rund 15 Prozent abgeschwächt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie fehlten vor allem wichtige Bausteine der Berufsorientierung an den Schulen und in den Betrieben.

Trotzdem gibt es laut Statistik der Agentur für Arbeit weiterhin mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. „Dass der regionale Ausbildungsmarkt auch während der Corona-Krise ein Bewerbermarkt bleibt, begünstigt der anhaltende Trend zur höheren Schulbildung und die demografische Entwicklung“, betonte Helmes und appellierte an die Unternehmerinnen und Unternehmer, ihr hohes Ausbildungsengagement beizubehalten. „Das beste Mittel gegen den anhaltenden Fachkräftemangel ist die Ausbildung eigener, qualifizierter Nachwuchskräfte.“ Für Jugendliche seien die Chancen, im Wunschberuf einen Ausbildungsplatz zu finden, aktuell sehr gut. Gemeinsam mit den Unternehmen müsse dies gerade jetzt über neue Kanäle wie beispielsweise virtuelle Ausbildungsmessen kommuniziert werden. Auf der IHK-Matching-Plattform im Internet unter www.ihk-lehrstellenboerse.de finden Bewerber und Betriebe ebenso zueinander.

2021 mit Fragenzeichen

Im Anschluss berichteten die Gremiumsmitglieder über ihre Erfahrungen in der Corona-Krise. Einige Wirtschaftszweige wie Automobilzulieferer, Gastronomie oder Tourismus sind noch lange nicht über den Berg. Viele Branchen kamen aber bis dato mit einem blauen Auge davon und blicken verhalten positiv auf das kommende Jahr. Einzelne Unternehmen verzeichneten sogar Umsatzzuwächse während der letzten Monate. Was das Jahr 2021 bereithält und wie die Wirtschaft insgesamt nach der Krise wieder durchstartet, hänge jetzt entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Einig waren sich die Gremiumsmitglieder, dass sich viele Unternehmen einen erneuten Lockdown nicht leisten könnten. Angesichts der durchwachsenen Prognosen für das kommende Jahr fasste Gremiumsvorsitzender Döpfer zusammen: „Wichtig ist, staatliche Hilfen für in Not geratene Betriebe aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern und die regionale Wirtschaft durch Steuererleichterungen und einen effektiven Bürokratieabbau zu entlasten.“


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