22.10.2020, 11:33 Uhr

Arbeitgeberangebot zurückgewiesen Beschäftigte geben bei Aktionstag am Klinikum St. Marien in Amberg Gewerkschaft recht

 Foto: Marina Mühlbauer/Gewerkschaft ver.di Foto: Marina Mühlbauer/Gewerkschaft ver.di

„Wir weisen dieses Angebot der öffentlichen Arbeitgeber entschieden zurück. Es ist eine klare Mogelpackung. Damit sollen sich die Beschäftigten ihre Einkommenserhöhung faktisch selbst finanzieren. Das ist eindeutig keine Grundlage für einen tragfähigen Kompromiss!“, betont Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) kämpferisch unter lautem Beifall der Klinikbeschäftigten aus allen Bereichen des Klinikum St. Marien in Amberg.

Amberg. ver.di hatte am Mittwoch, 21. Oktober, am Klinikum St. Marien in Amberg zu einer „Aktiven Mittagspause aufgerufen“, an der über 90 Beschäftigte aus allen Bereichen des Klinikums stellvertretend für teilweise komplett aktionsbereite Stationen teilgenommen hatten.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie hatte ver.di stellvertretend für alle Beschäftigten des Hauses jeweils zwei Delegierte aus allen Abteilungen des Klinikums mobilisiert: „Heute steht ihr stellvertretend für eure Kollegen und Kolleginnen hier, um alle Bereiche des Klinikums sichtbar zu machen. Gerne würden sich viel mehr an dieser Aktion beteiligen. Wenn sich der Arbeitgeberverband nicht endlich bewegt, müssen wir uns einen deutlich größeren Platz suchen und dann sind wir alle dabei“, führt Marina Mühlbauer, Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Gesundheit und Soziales in der Oberpfalz aus. „Die Situation im Frühjahr hat deutlich gezeigt, dass man viele Bereiche der öffentliche Daseinsvorsorge nicht aus dem Homeoffice organisieren kann. Jetzt wird es Zeit für eine finanzielle Verbesserung der Einkommensbedingungen im öffentlichen Dienst, insbesondere für Gesundheits- und Pflegeberuf, und deshalb stehen heute hier.“

„Das Wohl unserer Kolleginnen und Kollegen, der Bürgerinnen und Bürger sowie von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und nicht zuletzt der Kinder und ihrer Familien steht für uns ganz oben“, so Alexander Gröbner. Aktionen bis hin zu Warnstreiks seien nach Art. 9 Abs. 3 GG ein legitimes Mittel der Gewerkschaft ver.di, in festgefahrenen Tarifrunden Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Jedoch achte ver.di aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen ausdrücklich auf die Einhaltung von Hygieneschutzmaßnahmen, so Gröbner weiter.

ver.di-Vertrauensmann Reinhard Birner schilderte den unermüdlichen Einsatz der Beschäftigten in der Corona-Pandemie: „Wir haben die erste Welle der Pandemie als Helden der Krise geschultert. Auch hier in Amberg waren die Stationen voll. Doch wer professionelle und sinnvolle bürgernahe Gesundheitsversorgung, insbesondere auch in Krisenzeiten genießen will, muss dafür bezahlen. Das müssen wir dem Arbeitgeberverband gemeinsam klarmachen. Klatschen alleine reicht nicht. Davon kann man keine Miete zahlen und kein Essen kaufen“, erklärt Birner unter großem Beifall weiter. Es gelte die Devise gutes Geld für gute Arbeit.

Wer sich über Nachwuchsmangel in der Pflege beklage, dürfe jetzt nicht den Beschäftigten eine berechtige Einkommenserhöhung vorenthalten, sind sich die drei Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter einig. Die Arbeitgeber seien aufgefordert, am Donnerstag in Potsdam die bisherige Mogelpackung einzupacken und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Nur so könne ein tragfähiger Kompromiss gefunden und eine Eskalation der Tarifrunde im öffentlichen Dienst vermieden werden.

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro für den gesamten öffentlichen Dienst. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 22./23. Oktober in Potsdam statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter unverzichtbar.verdi.de.


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