20.10.2020, 12:44 Uhr

Jahresversammlung Dachdeckerbetriebe bislang durch die Pandemie kaum von Umsatzeinbußen betroffen

 Foto: Jean-Pierre Chretien/123rf.com Foto: Jean-Pierre Chretien/123rf.com

Auch die Werkzeuge für Dachdecker werden digital. Wie das sinnvoll funktionieren kann, damit beschäftigte sich kürzlich die Jahreshauptversammlung der Dachdecker-Innung Oberpfalz und Kreis Kelheim im Schlosshotel Schwarzenfeld.

Schwarzenfeld. Bislang, so Obermeister Mario Kunzendorf in seiner Einführung, ende die Digitalisierung oft ohne Mehrwert für die Betriebe. Dies gelte vor allem im Bereich der staatlichen Stellen und der Sozialversicherungen. „Die schicken die Zugangsdaten – und Du hast die Arbeit“, laute hier die Grundregel, kritisierte Kunzendorf. Als Gegenbeispiel stellte Lukas Hirthe vom Unternehmen Zedach Digital vor rund 30 Zuhörern einen IT-Werkzeugkasten namens „Flexbox“ vor, der auf Dachdeckerbetriebe zugeschnitten ist, um diesen bei der Einführung rechnergestützter Prozesse zu helfen. Unter anderem ließen sich mit der „Flexbox“ eigene Internetseiten oder Angebote erstellen, ebenso sei es möglich, Kundenanfragen über einen Sanierungsrechner automatisiert zu bearbeiten oder reale Baustellen zu verwalten.

Einen neuen Rahmenvertrag mit der Dachdecker-Innung stellte Jürgen Rekos von der Versicherung Münchener Verein vor. Das Besondere daran: Die Konditionen wurden zunächst inhaltlich und rechtlich von der Innung ausgearbeitet, um allen heutigen Ansprüchen von Betrieben zu genügen. Der Münchener Verein bietet nun auf Basis dieses Konzepts die passende Police an.

Über technische Fragen zu Vorbereitung und Montage von Gefälle-Dachdämmungen sowie über fachgerechte Flüssigabdichtungen referierte Marc Krähling, Produktmanager von Soprema-Alsan. Vor allem bei Abdichtungen mit Flüssigkunststoffen warnte Krähling vor folgenschweren Fehlerquellen.

Landesinnungsmeister Ewald Kreuzer schilderte hingegen, inwieweit sich die Corona-Pandemie auch auf den Betrieb des bayerischen Ausbildungszentrums für Dachdecker in Waldkirchen ausgewirkt habe. Organisatorisch und finanziell stünde das Ausbildungszentrum nach wie vor täglich vor neuen Herausforderungen, erklärte Kreuzer. Umso mehr sei das Team des Ausbildungszentrums zu würdigen, das dennoch einen geregelten Ausbildungsbetrieb ermögliche.

Obermeister Kunzendorf berichtete unterdessen von ausgeglichenen Finanzen der Innung. Die Dachdeckerbetriebe seien bislang durch die Pandemie kaum von Umsatzeinbußen betroffen. Dies werde sich aber 2021 ändern, da vor allem Gewerbekunden und öffentliche Hand die Investitionsbudgets reduzierten. Die Öffentlichkeitsarbeit der Innung sei derzeit nur eingeschränkt möglich. Da zudem Teilnahmen an Terminen wie der Berufsmesse Regensburg inzwischen an den Preisvorstellungen der Agentur für Arbeit scheiterten, müssten Alternativen erarbeitet werden.

Für 25 Jahre Dachdecker-Meistertitel wurden geehrt: Manfred Schreiner aus Kondrau, Andreas Sperber aus Windischeschenbach, Ralf Strauß aus Weiden und Hans Weiß aus Hahnbach.


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