23.07.2020, 14:48 Uhr

Politik In Amberg regt sich Widerstand gegen einen Zuschuss für Nürnberger Kulturhauptstadt-Bewerbung

 Foto: Boris Breytman/123rf.com Foto: Boris Breytman/123rf.com

Gegen heftige Kritik hat der Stadtrat von Amberg einen Zuschuss von 210.000 Euro zur Unterstützung von Nürnbergs Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“ beschlossen.

Amberg. Grünen-Stadtrat Helmut Wilhelm sagte am Donnerstagmittag, 23. Juli, dem Bayerischen Rundfunk (Studio Niederbayern/Oberpfalz) in Regensburg, er wehre „sich massiv dagegen, dass Amberg und die Oberpfalz immer stärker zum Anhänger des Großraums Nürnberg und Frankens werden“. Er ergänzte: „Wir sind Oberpfälzer und sollten auf unsere historisch gewachsene Eigenständigkeit achten.“ Wilhelm kritisierte auch den Großraum Regensburg, der „sich viel stärker um die Oberpfalz und Amberg kümmern muss“.

Auslöser für die Diskussion war eine Abstimmung im Stadtrat über die Unterstützung der Bewerbung Nürnbergs um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“. In der Diskussion sagte Wilhelm, er persönliche rechne gar auch nicht, dass Nürnberg bei der Endausscheidung Ende des Jahres gegen die Konkurrenz von Chemnitz, Magdeburg, Hannover oder Hildesheim bestehen könne. Wörtlich sagte er: „Das Ganze dient nur der höheren Ehre der Stadt Nürnberg und sonst gar nichts.“ Sie werde profitieren „und nicht die weitere Umgebung“. Die 210.000 Euro könnten viel wirkungsvoller für kulturelle Projekte Ambergs ausgegeben werden. Außerdem führte er an, dass sich die Stadt Nürnberg im Verein mit der oberfränkischen Stadt Bayreuth vor Jahren gegen den Ausbau der Eisenbahntrasse von Nürnberg nach Prag quer durch die Oberpfalz und für die Trasse über Marktredwitz ausgesprochen habe.

Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) wandte sich in der Sitzung gegen diese Einschätzungen Wilhelms und sagte: „Wir haben die Chance, hier zu gewinnen.“ Die Stadt Nürnberg sei „nicht der böse Feind, der Amberg auffrisst. Kleinstädterei bringt uns hier nicht weiter“. In der Abstimmung des Stadtrats wurde der Zuschuss Ambergs für die Bewerbung Nürnbergs mit 38:3 Stimmen gebilligt. Die Gegenstimmen kamen von den Grünen.


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