29.04.2020, 15:20 Uhr

„KoKi“ Ein Netzwerk für Familien auch in schweren Zeiten

Tamara Prause und Norbert Meister von der „KoKi“. Foto: Kathrin BuderTamara Prause und Norbert Meister von der „KoKi“. Foto: Kathrin Buder

Die „KoKi“ bietet Schwangeren und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren im Landkreis Neustadt an der Waldnaab weiterhin Beratung und Unterstützung per Telefon oder Mail an. In dringenden Fällen können auch persönliche Termine stattfinden. Ebenso kann weiterhin die Vermittlung oder der Einsatz von sogenannten Frühen Hilfen erfolgen.

Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die Entwicklung von Kindern gelingt am besten in einer entspannten Umgebung – doch entspannen ist mitten in einer Krise gar nicht so einfach. Bildungs-, Freizeit- und Betreuungseinrichtungen geschlossen, Beschulung zu Hause, Betreuung durch die Großeltern fällt weg und dann noch das Home-Office – wohl viele Eltern dürften darin ihren derzeitigen Alltag beschrieben sehen. Dass diese erheblichen Mehrbelastungen früher oder später zu Stress und damit auch zur Überlastung führen, sollte jedem klar sein. Wenn dann noch weitere Faktoren wie eine Geburt mit anschließendem Wochenbett, finanzielle Sorgen, körperliche Überlastung, Krankheit oder soziale Isolation hinzukommen, können Familien schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangen.

Damit Familiensysteme stabil bleiben und Kindern ein gesundes Aufwachsen ermöglicht wird, berät und unterstützt sie die „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“ auch in Krisenzeiten. Natürlich etwas anders als sonst. Meist besucht die „KoKi“ die Familien zu Hause und überlegt dort mit ihnen gemeinsam, welche Unterstützung die richtige für sie ist. Das kann von entlastenden Gesprächen, Vermittlung zu einer anderen Fachstelle, praktischer Entlastung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung bis hin zu besonderen Angeboten wie zum Beispiel der Einsatz einer Familienhebamme alles sein. Diese Angebote stehen Familien weiterhin zur Verfügung. Natürlich müssen in einer besonderen Lage auch die Unterstützungsmöglichkeiten gegebenenfalls an diese angepasst werden. Aber jeder, der Rat und Unterstützung braucht, soll diese nach wie vor bekommen.

Leider war der Landkreis Neustadt an der Waldnaab in den letzten Wochen auch immer wieder als „Corona-Hotspot“ in den Schlagzeilen. Die Menschen in der Nordoberpfalz sind von den Auswirkungen des Virus stärker betroffen als in andern Teilen Bayerns. Gerade deshalb bietet die „KoKi“ den jungen Familien im Landkreis Neustadt an der Waldnaab an, sich bei Sorgen oder Belastungen frühzeitig zu melden. Denn das wichtigste in jeder Krise ist – gemeinsam ist man stärker als allein. Die „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“ entstand 2009 aus einem Modellprojekt in Bayern. Inzwischen gibt es in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern diese Koordinierungsstellen für Frühe Hilfen.

Mit den Fachkräften der „KoKi“ des Landkreises Neustadt an der Waldnaab kann man entweder unter der Telefonnummer 09602/ 7925-45 beziehungsweise -47 oder per Mail an koki@neustadt.de Kontakt aufnehmen. Die Beratung ist kostenlos, unbürokratisch, vertraulich und auf Wunsch anonym.


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