26.04.2020, 16:49 Uhr

Befreiung der Konzentrationslager „Ausmaß an Unmenschlichkeit“ in Dachau und Flossenbürg – „wir tragen keine Schuld, aber Verantwortung“

Im Gedenken an die Opfer: Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Mitte), 1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller (links) und Dr. Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.  Foto: Bildarchiv Bayerischer LandtagIm Gedenken an die Opfer: Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Mitte), 1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller (links) und Dr. Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag

Am Beginn der Plenarsitzung a, Freitag, 24. April, erinnerte Landtagspräsidentin Ilse Aigner an die Befreiung der Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg vor 75 Jahren und mahnte, entschlossener gegen Rassismus und Antisemitismus zu kämpfen.

Flossenbürg. Aigner betonte: „Was die US-Soldaten vor 75 Jahren in Flossenbürg und Dachau vorfanden, war ein ungekanntes Ausmaß an Unmenschlichkeit – Zeugnisse eines bis heute singulären Verbrechens in der Geschichte der Menschheit. Was sie rochen, hörten, sahen – ging um die Welt und ist bis heute so unerträglich, dass es den menschlichen Verstand überfordert.“ Vor den Abgeordneten des Bayerischen Landtags mahnte sie, diese Verbrechen seien unsere Geschichte: „Wir tragen keine Schuld, aber Verantwortung. Und wir haben dieser Verantwortung einen Namen gegeben. Er lautet: ,Nie wieder!‘“ Aigner räumte ein: „Dieses Versprechen haben wir über Jahrzehnte bemüht und müssen doch eingestehen: Wir haben es nicht halten können. Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus – Verachtung in vielerlei Formen – treten öfter und offener zutage, führen zu Gewalt und Terror.“ Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen sagte sie, es sei nun an der Zeit, das Versprechen zu erneuern. „Dazu gehört auch, den politischen und gesellschaftlichen Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

noch entschlossener zu führen – auf den Straßen, an den Stammtischen,

auf den Sportplätzen und auch in Parlamenten – überall, wo Hass uns begegnet.“

Die Erinnerungsfeiern in Dachau und Flossenbürg zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager wurden wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Landtagspräsidentin Ilse Aigner gedachte am Donnerstag, 23. April, in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg im Beisein des Direktors der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, der Opfer mit einem Kranz: „Für uns gibt es keine Absage an das Gedenken!“, so Aigner.


0 Kommentare