06.11.2019, 20:24 Uhr

Gesprächsbereitschaft Bankenschließungen im Landkreis Schwandorf – Bürgermeister wollen Lösungen für die Kunden vor Ort

In nicht einmal mehr zwei Monaten fällt der Vorhang: Die Volks- und Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf schließt unter anderem ihre Filialen in Bodenwöhr und Wackersdorf. Die Bürgermeister beider Gemeinden, Georg Hoffmann und Thomas Falter, erfuhren davon aus der Zeitung. Trotz der Verärgerung über diese Praxis suchen sie das Gespräch zur Bank – sie wollen bestmögliche Lösungen für ihre Bürger. (Foto: Michael Weiß/VG Wackersdorf)In nicht einmal mehr zwei Monaten fällt der Vorhang: Die Volks- und Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf schließt unter anderem ihre Filialen in Bodenwöhr und Wackersdorf. Die Bürgermeister beider Gemeinden, Georg Hoffmann und Thomas Falter, erfuhren davon aus der Zeitung. Trotz der Verärgerung über diese Praxis suchen sie das Gespräch zur Bank – sie wollen bestmögliche Lösungen für ihre Bürger. (Foto: Michael Weiß/VG Wackersdorf)

Die Volks- und Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf schließt im Landkreis Schwandorf drei der bisher sieben Stellen. Davon betroffen sind unter anderem die Filialen in Bodenwöhr und Wackersdorf – ab Januar 2020 müssen die Kunden in den beiden Kommunen auf Geschäftsstellen in Nachbarorten ausweichen.

LANDKREIS SCHWANDORF Bereits 2016 nahm das Geldinstitut fünf Schließungen im Landkreis vor, unter anderen war die Außenstelle in Steinberg am See betroffen. Damals ließ der damalige Direktor und Bezirkspräsident Maximilian Zepf noch verlauten, es würden zwar Filialen geschlossen, dies sei aber kein „Rückzug aus der Fläche“. Zu dieser Zeit wurde auch noch das Gespräch zu den betroffenen Kommunen gesucht. „Wir haben als Bürgermeister aus der Zeitung von den Schließungen erfahren, wir haben auch Meldungen aus unseren Firmen bekommen, dass sie nicht informiert wurden. Das ist äußerst unglücklich. Immerhin besteht der Standort Bodenwöhr seit 47 Jahren“, schildert Georg Hoffmann, Bürgermeister der Gemeinde. Die angeführten Gründe für die Schließungen sind damals wie heute dieselben: Anstieg des Online-Bankings und die Null-Zins-Politik der EZB. Vor dem Hintergrund könnten die Zweigstellen kaum mehr wirtschaftlich geführt werden. Die wirtschaftlichen Gründe seien plausibel und nachvollziehbar, Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter stellt aber auch klar: „Wir wollen hier praktikable Lösungen für unsere Bürger. Die Standorte der Geldautomaten müssen erhalten bleiben und es braucht Lösungen für die Kunden vor Ort. Es gibt Menschen, die sind nicht mobil, dann muss der Berater eben auch mal ins Haus kommen. Telefon- und Online-Banking können nicht die Lösung für alles sein. Wo ist für den Kunden dann irgendwann noch der Unterschied zur reinen Online-Bank?“ Laut Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung vom 6. November hätten Vorstandssprecher Wolfgang Völkl und Vorstand Michael Köstler nur positive Rückmeldungen erhalten. „Ich weiß nicht, mit wem sie geredet haben – die Stimmung hier im Ort ist eine andere“, so Georg Hoffmann. Und obwohl den Bürgermeistern das Fehlen jeglicher Information sauer aufstößt, signalisierte Thomas Falter Gesprächsbereitschaft: „Wir hoffen, dass hier im Sinne unserer Bürger wenigstens noch im Nachgang Gespräche mit uns geführt werden – schon des Anstands wegen.“


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