24.09.2019, 18:56 Uhr

Die Polizei ermittelt Morddrohungen gegen SPD-Generalsekretär Uli Grötsch

(Foto: Büro Uli Grötsch)(Foto: Büro Uli Grötsch)

Der bayerische SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch aus Waidhaus in der Oberpfalz hat seine Entscheidung, den zweiten gegen ihn gerichteten Mordaufruf zu veröffentlichen, noch einmal verteidigt.

WAIDHAUS/BERLIN Nachdem es die zweite Drohung innerhalb von zwei Monaten war, die ihn erreicht habe, sei es „einfach an der Zeit, dass man öffentlich sagt, was ist“, so Grötsch im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (Studio Niederbayern/Oberpfalz). Grötsch, der auch Mitglied im Innenausschuss des Bundestags ist, betonte, er sei wegen seines Engagements im Kampf gegen Rechts wie auch andere Abgeordnete im Bundestag und in den Landtagen massiven Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt. Zudem hätten die Attacken eine neue Dimension erreicht, die es früher so nicht gegeben habe. Schon während er eine Rede im Bundestag halte, würden heute Leute bei ihm anrufen und ins Telefon schreien. Er ergänzte: „Das hat sich in den letzten Jahren gewaltig geändert.“ In diesen Tagen oder solchen Situationen gehe die Saat auf, die die AfD gesät habe. Die jüngste Drohung nehme er ernst, so Grötsch, er wolle sich aber nicht beirren lassen: „Ich denke mir: Solange mich die Neonazis hassen, stimmt die Richtung, in der ich politisch arbeite.“ Nachdenklich mache ihn aber die Frage, wie man es hinkriege, dass die gesamte Bevölkerung „diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Deutschland nicht weiter nach rechts rücken zu lassen“ wahrnehme. Grötsch zufolge, der nach eigener Aussage seine Arbeit auch mit seiner Familie bespricht, wodurch er sich bestärkt fühle, kümmern sich das Polizeipräsidium Oberpfalz und das Bundeskriminalamt um seinen Fall. Zugleich sei er aber auch nicht allein: Es gebe in der Gesellschaft viele Kämpferinnen und Kämpfer gegen Rechts, die ebenfalls bedroht würden.


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