30.08.2019, 21:03 Uhr

Gedenken und Erinnern Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg – „aus Verbrechen erwächst Verantwortung“

Marianne Schieder. (Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde)Marianne Schieder. (Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde)

Am 1. September vor 80 Jahren überfielen deutsche Truppen Polen und lösten damit den Zweiten Weltkrieg aus. Der Krieg mit seinem millionenfachen Leid und Tod ist ein Sinnbild des Schreckens und der Verachtung des Lebens. Bisher fehlt eine Erinnerungs- und Lernstätte an einer prominenten Stelle in Deutschland, die das Schicksal der Opfer des NS-Vernichtungskrieges im Osten Europas aufarbeitet und dokumentiert. Die SPD-Bundestagsfraktion möchte mit einer solchen Einrichtung die Erinnerung wachhalten.

WERNBEG-KÖBLITZ/BERLIN „Die Hintergründe und Folgen des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs im Osten Europas sind vielfältig und schrecklich zugleich. Infolge des deutschen Überfalls auf Polen und der Besatzung starben allein dort sechs Millionen polnische Bürgerinnen und Bürger. Aufgrund deutscher Gewalt und Aggression verloren weitere 27 Millionen Menschen auf den Gebieten der damaligen Sowjetunion wie etwa Russland, Weißrussland, der Ukraine, der baltischen Staaten und Rumänien ihr Leben. Aus diesem Verbrechen erwächst Verantwortung“, betont die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, Marianne Schieder.

Durch den nationalsozialistischen Völkermord seien mehr als sechs Millionen Jüdinnen und Juden in Europa ermordet worden. Insgesamt kostete der Zweite Weltkrieg weltweit mehr als 55 Millionen Menschen das Leben, dazu kam millionenfaches Elend. Getrieben waren die Nationalsozialisten insbesondere im Osten Europas von einer rassistischen und menschenverachtenden Ideologie.

„Wir dürfen diese Gräueltaten und das Leid niemals vergessen, die Deutschland über Europa und die Welt gebracht hat. Dies ist insofern eine Mahnung, da uns viele authentische Orte sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen langsam verlorengehen und mit ihnen das Wissen um die Verbrechen. Es muss uns daher eine Verpflichtung sein, eine würdige Aufarbeitung des Schicksals der mittel- und osteuropäischen Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges im Dialog mit den osteuropäischen Nachbarn sicherzustellen“, unterstreicht die Abgeordnete.

Die SPD-Bundestagsfraktion begrüße die Errichtung einer zentralen Erinnerungs- und Lernstätte in Berlin. Sie biete die Chance, die Erinnerung an alle Opfergruppen wachzuhalten, über die Schrecken von Krieg und menschenverachtender Ideologie aufzuklären und ein Signal der Versöhnung an Deutschlands Nachbarstaaten zu senden, so Marianne Schieder.

In verschiedenen Orten ihres Wahlkreises finden am Sonntag, 1. September, anlässlich des 80. Jahrestages des Beginns Zweiter Weltkrieg Gedenkveranstaltungen statt: In Neunburg vorm Wald um 19 Uhr am Gelände des KZ-Gedenkfriedhofes, Redner ist Peter Wein, SPD-Kreisvorsitzender Schwandorf, und in Cham um 18 Uhr beim „Platz der Menschlichkeit“ im Spitalgarten, Redner ist Pfarrer Roland Böhmländer


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