20.08.2019, 15:22 Uhr

CO2-Steuer und Erdgastankstellen „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen“ – Karl Holmeier und OB Andreas Feller vor Ort am Industriestandort Schwandorf

Im Technikum der microbEnergy wird regeneratives Erdgas produziert. (Von links Matthias Scholz, Mitglied des Bundestages Karl Holmeier, Oberbürgermeister Andreas Feller, Eva Sonnleitner, Dr. Doris Schmack CEO) (Foto: Vera Dehling)Im Technikum der microbEnergy wird regeneratives Erdgas produziert. (Von links Matthias Scholz, Mitglied des Bundestages Karl Holmeier, Oberbürgermeister Andreas Feller, Eva Sonnleitner, Dr. Doris Schmack CEO) (Foto: Vera Dehling)

Das Mitglied des Bundestages Karl Holmeier diskutiert mit Experten der microbEnergy über die Zukunft innovativer Energietechnologien am Industriestandort Schwandorf.

SCHWANDORF Ob nun der Klimawandel für die annähernd 40 Grad am wohl heißesten Tag dieses Sommers verantwortlich sei, darüber waren sich Gäste und Gastgeber der microbEnergy GmbH nicht einig. Doch das Thema treibt an diesen heißen Tagen besonders diejenigen um, die sich mit Energie- und Wirtschaftspolitik von Berufs wegen befassen und auf der Suche nach erfolgversprechenden nachhaltigen Energiekonzepten sind. So waren Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller, Vera Dehling, Stabsstelle Wirtschaftsförderung und MdB Karl Holmeier, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, von der Innovationskraft des Energietechnologie-Unternehmens am Oberpfälzer Standort beeindruckt. Als Vorreiter in der Power-to-Gas Branche entwickelte microbEnergy das Schlüsselverfahren biologische Methanisierung, das die Energiesysteme Stromnetz und Gasnetz koppelt und überführte es erfolgreich in die Praxis.

Engagierte Diskussionen über klimaschützende Regularien

Die Schwandorfer Energie-Experten arbeiten hinsichtlich der Verringerung des CO2-Ausstoßes im Einklang mit den Klimazielen der Bundesregierung. Doch in der Diskussion über die richtigen regulatorischen Maßnahmen zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes wurden die unterschiedlichen Standpunkte schnell sichtbar. So sprach sich Geschäftsführerin Dr. Doris Schmack deutlich für eine angemessene CO2-Steuer aus: „Wir dürfen der Klimaerwärmung nicht einfach weiter tatenlos zusehen. Der Kohlendioxidausstoß muss teurer werden.“ Dem hielt Karsten Holmeier entgegen, dass er die Gefahr einer Benachteiligung besonders der ländlichen Bevölkerung sehe, die auf das Auto als Verkehrsmittel noch immer stark angewiesen seien.

Holmeier verspricht Engagement für Power-to-Gas nach der Sommerpause

Auch in der Frage der Rahmenbedingungen für die erfolgreiche und schnelle Implementierung von mehr Power-to-Gas-Anlagen lief die Diskussion eher kontrovers. Dr. Schmack beklagte, dass sich innerhalb der letzten fünf Jahre – 2014 hatte Karsten Holmeier erstmals die microbEnergy besucht – keine Fortschritte ergeben hätten: „Wir sitzen auf fertig entwickelten Technologie und könnten schon längst starten, aber es geht nichts vorwärts.“ Holmeier versprach, nach der Sommerpause die neuesten Entwicklungen rund um Power-to-Gas im Bundestag vorzustellen. Im Herbst würden Lösungen auf den Tisch kommen. Oberbürgermeister Feller äußerte sich in diesem Zusammenhang enttäuscht darüber, dass „die Mühlen im Bundestag oft sehr langsam mahlen, worunter letztendlich auch die Kommunalpolitik zu leiden hat.“

Einen kleinen Erfolg im Bemühen um CO2-Reduktion in der Region konnte Oberbürgermeister Feller aber jetzt schon vermelden. Die CNG-Tankstelle beim Globus-Supermarkt wird nach längerer Ausfallzeit gegenwärtig repariert und soll in wenigen Wochen die Schwandorfer Erdgas-Fahrzeughalter wieder mit regenerativem Gas aus Biogas und Power-to-Gas-Anlagen versorgen.


0 Kommentare