04.07.2019, 14:04 Uhr

Immaterielles Kulturerbe Zusammen 305 Jahre im ältesten kommunalen Ehrenamt tätig – Landrat Richard Reisinger ehrt Feldgeschworene

Bürgermeister Michael Göth, Georg Pilhofer (Sulzbach-Rosenberg), Bürgermeister Bernhard Lindner, Alfons Rösch, Hermann Dotzler, Ludwig Wagner (Hahnbach), Alois Kotzbauer, Georg Stiegler, Bürgermeister Franz Mädler (Ursensollen), Werner Deyerl (Neukirchen), Landrat Richard Reisinger, 2. Bürgermeister Herbert Lehner, Rudolf Achatz (Auerbach), Gerhard Baumer. (Foto: Christine Hollederer)Bürgermeister Michael Göth, Georg Pilhofer (Sulzbach-Rosenberg), Bürgermeister Bernhard Lindner, Alfons Rösch, Hermann Dotzler, Ludwig Wagner (Hahnbach), Alois Kotzbauer, Georg Stiegler, Bürgermeister Franz Mädler (Ursensollen), Werner Deyerl (Neukirchen), Landrat Richard Reisinger, 2. Bürgermeister Herbert Lehner, Rudolf Achatz (Auerbach), Gerhard Baumer. (Foto: Christine Hollederer)

Seit rund 600 Jahren engagieren sich Bürger als Feldgeschworene, auch Siebener genannt, und tragen als Mittler zwischen Bürger und Vermessungsverwaltung zum nachbarschaftlichen Frieden bei. Acht von ihnen sind Rudolf Achatz (Auerbach), Hermann Dotzler, Alfons Rösch, Ludwig Wagner (alle Hahnbach), Werner Deyerl (Neukirchen), Georg Pilhofer (Sulzbach-Rosenberg), Alois Kotzbauer und Georg Stiegler (beide Ursensollen).

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Sie wurden nun von Landrat Richard Reisinger und Gerhard Baumer vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz als Siebener mit der Ehren- und Dankurkunde des Bayerischen Staatsministers der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, ausgezeichnet.

Landrat Richard Reisinger stellte bei der kleinen Feierstunde im Landratsamt heraus, dass die Hüter der Grenzen auch in der schnelllebigen, digitalen Welt von heute unersetzlich sind. Der Freistaat Bayern setzt nach wie vor auf die Ortskenntnisse der Feldgeschworenen, die somit ein fester und wichtiger Bestandteil der bayerischen Vermessungslandschaft sind und auch bleiben.

Die Feldgeschworenen sind aus den alten Mark- und Feldgerichten hervorgegangen, die in den fränkischen Landesteilen schon seit Jahrhunderten bestanden und hohes Ansehen genossen. Aufgabe der Feldgerichte war es, in Grenzangelegenheiten Schiedssprüche zu fällen. So wurden die Feldgeschworenen zu Hütern der Grenzen und Abmarkungen. Feldgeschworene bekleiden eines der ältesten kommunalen Ehrenämter; sie werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt. Heute sind laut Finanz- und Heimatminister Albert Füracker rund 27.000 Feldgeschworene in Bayern tätig und sichern die über 80 Millionen Grenzpunkte im Freistaat. Sie sind wegen ihrer Erfahrung, ihres Ansehens in ihren Gemeinden und ihrer Ortskenntnis bei Bürgern und bei der Vermessungsverwaltung sehr geschätzt. Seit 2016 gehört das „Feldgeschworenenwesen in Bayern“ zum Immateriellen Kulturerbe. Im vergangenen Jahr haben die Siebener bei mehr als 30.000 Grundstücksvermessungen und der Abmarkung von knapp 200.000 Grenzpunkten mitgewirkt.

Ausgezeichnet wurden Hermann Dotzler, Alfons Rösch (beide Hahnbach), Werner Deyerl (Neukirchen) und Georg Stiegler (Ursensollen) für 50 Jahre. Ludwig Wagner (Hahnbach) für 40 Jahre. Rudolf Achatz (Auerbach), Georg Pilhofer (Sulzbach-Rosenberg) und Alois Kotzbauer (Ursensollen) für 25 Jahre.


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