23.04.2019, 22:26 Uhr

33. Jahrestag Filmabend und Mahnwachen zum Gedenken an den atomaren Super-GAU in Tschernobyl

Foto: BI gegen atomare Anlagen (Foto: BI gegen atomare Anlagen)Foto: BI gegen atomare Anlagen (Foto: BI gegen atomare Anlagen)

Vor 33 Jahren – am 26. April 1986 – explodierte der ukrainische Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl bei vollem Betrieb. Ein Super-GAU war die Folge. Dieser Tag veränderte alles, zuerst noch verharmlost, Informationen unter der Decke gehalten, veränderte sich sehr bald auch der Alltag in der Oberpfalz, es gab plötzlich eine Zeitrechnung vor und nach dem Super-GAU.

WEIDEN Die radioaktiven Spuren der Katastrophe finden sich noch immer und über viele Jahre hinaus in Boden, Nahrung und Lebewesen. Gruselig, die Vorstellung, dass das „strahlende“ Sperrgebiet mit der Geisterstadt Prypjat für viele Reisende tatsächlich der einzige Grund ist, die Ukraine zu besuchen. 33 Jahre nach dem Super-GAU wird Tschernobyl zur Touristenattraktion mit allen Schattenseiten, 70 000 allein im letzten Jahr. Seit zwei Jahren bemühen sie sich um den UNESCO-Welterbe-Status für Tschernobyl.

Um den Jahrestag finden gleich drei koordinierte Veranstaltungen in Weiden statt: BI WAA NAA, die Weiden-Neustädter Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen und die Ärzteorganisation IPPNW Weiden laden am 26. April, dem 33. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, zum Filmabend ein. Gezeigt wird der bewegende WAA-Dokumentarfilm „Spaltprozesse“ von Betram Verhag und Claus Striegel (Denkmal Verlag) in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Weiden. Beginn ist um 20 Uhr im Kunstverein, Eingang Café Neues Linda, Ledererstraße. 6. Unmittelbar im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, an einer Lichtermahnwache der Weidener Greenpeace-Gruppe gegen 21.30 Uhr in der Fußgängnerzone teilzunehmen. Für Aussprache zu Film und Thema bietet sich die Rückkehr in den Kunstverein bzw. Café Neues Linda an. Tags darauf, am Samstag, 27. April, soll die traditionelle Tschernobyl-Mahnwache am Oberen Markt, nahe dem Brunnen, stattfinden. Um 10.50 Uhr wird mit gemeinsamen Schweigeminuten der Opfer der Katastrophe gedacht. Ein Info-Stand steht von 10 bis 12 Uhr für Austausch, Info und Unterschriften zur Verfügung. Aktueller Themenschwerpunkt: atomares Endlager, Ausstieg aus dem Euratomvertrag, Stilllegung aller Atomanlagen in Deutschland, auch der Uranfabriken Gronau und Lingen, sowie AKW-Neubauten in den Nachbarstaaten.


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