15.03.2019, 17:48 Uhr

Wirtschaft Beim IHK-Patentreport Bayern sticht die Oberpfalz national hervor

Unternehmen aus der Region schaffen innovative Produkte. (Foto: IHK/Clemens Mayer)Unternehmen aus der Region schaffen innovative Produkte. (Foto: IHK/Clemens Mayer)

Die Innovationskraft einer Region lässt sich an der Zahl von Patenten messen. „Unternehmen, die Patente anmelden, haben zuvor massiv in Forschung und Entwicklung investiert und generieren daraus konkurrenzfähige Produkte. Das trägt wesentlich zum Geschäftserfolg bei“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes anlässlich des IHK-Patentreports Bayern 2019.

OBERPFALZ Die Oberpfalz und der Landkreis Kelheim schneiden hier besonders gut ab. 11,8 Prozent aller in Bayern angemeldeten Patente (Zahlen aus 2017) stammen von Unternehmen aus der Region.

Halbleiter-Industrie deutschlandweit Spitze

Der unangefochtene Star ist die Halbleiterindustrie, nirgendwo sonst in Deutschland werden in dieser Branche mehr Patente angemeldet. Genau genommen kommen bayernweit 55 Prozent aller Halbleiter-Patente aus der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim und deutschlandweit 26,1 Prozent. Die Infineon AG hält in diesem Bereich besonders viele Patente: „Für uns sind gezielte Patentanmeldungen extrem wichtig. Damit kann der vorhandene Vorsprung im internationalen Wettbewerb gehalten und zu finanziellem Erfolg geführt werden“, sagt Ludwig Heitzer, Innovationsmanager bei Infineon Technologies in Regensburg.

Halbleiter sind ein wichtiger Bestandteil für Fahrerassistenzsysteme und von großer Bedeutung für die Mikroelektronik. In der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim schaffen Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Basistechnologien für digitale Anwendungen und autonomes Fahren. „Das zeigt einmal mehr, wie sehr auch die Zusammenarbeit von unseren Unternehmen mit den in der Sensorik stark vertretenen Hochschulen und Technologieclustern Früchte trägt“, freut sich Helmes.

Der innovative Mittelstand zögert

Die Zahl der Patentanmeldungen könne jedoch nicht alle Innovationen der Region abbilden. Die IHKs stellen fest, dass gerade der Mittelstand sein Know-how bislang nur ungenügend mit Patenten sichere. Die Betriebe fürchteten hohe Kosten und eine Offenlegung von Betriebsgeheimnissen, während sie die Bedeutung der Schutzrechte im Technologiewettbewerb unterschätzten, heißt es. „Dabei ist ein frühzeitiger Schutz von Erfindungen essenziell, wenn man später Produkte auf dem Markt verkaufen will“, wirft IHK-Hauptgeschäftsführer Helmes ein. Er rät zu firmeninternem Innovations- und Patentmanagement sowie zu mehr Kooperationen mit Forschungseinrichtungen. „Gerade kleine und mittlere Unternehmen können von den Laboren der Hochschulen und weiterer Technologietransferstellen profitieren.“

Ohne Patente geht es auch beim Landwirtschafts-Geräte-Hersteller Horsch in Schwandorf nicht. „Schon während des Entwicklungsprozesses finden bei uns regelmäßige Abstimmungsrunden zwischen den Entwicklungsmittarbeitern und der Patentabteilung statt um somit bei Innovationen möglichst Frühzeitig bei Bedarf auch Patentanmeldungen voranzutreiben. Wobei für uns immer die Werthaltigkeit von möglichen Patentanmeldungen im Vordergrund steht, nicht die reine Stückzahl“, sagt Geschäftsführer Philipp Horsch. Wie Innovationen bei Horsch entstehen? „Vor allem durch ein ständiges Hinterfragen von vorhandenen Systemen gepaart mit dem Mut und dem Willen, quer zu Denken und Dinge auch mal ganz neu zu sehen“, sagt Horsch.


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