22.02.2019, 12:49 Uhr

Seniorenakademie Bayern informiert „Soll mich etwa ein Roboter pflegen?“

Jürgen Griesbeck von der Seniorenakademie Bayern konnte Bedenken ausräumen und zahlreiche Fragen beantworten. (Foto: Barbara Hernes, Seniorenmosaik)Jürgen Griesbeck von der Seniorenakademie Bayern konnte Bedenken ausräumen und zahlreiche Fragen beantworten. (Foto: Barbara Hernes, Seniorenmosaik)

„Neue Technik im Alter: Soll mich etwa ein Roboter pflegen?“ Eine Antwort auf diese Frage gab es nun im Landratsamt Amberg-Sulzbach. Dort bot die Seniorenakademie Bayern für interessierte Senioren und Mitarbeiter in der Seniorenarbeit auf Einladung der Seniorenkontaktstelle des Landratsamtes ein Seminar zu diesem spannenden Thema an.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Unsicherheit und Angst sind die Reaktionen bei älteren Menschen, wenn es um den Einsatz innovativer, technischer Assistenzsysteme in der Unterstützung geht. Diese Bedenken konnte Jürgen Griesbeck, Leiter der Akademie und Referent der Veranstaltung, den Teilnehmern schnell nehmen. „Der demografische Wandel sowie die Digitalisierung treiben die Entwicklung der alltagstauglichen Assistenzlösungen voran“, erklärte Griesbeck in seiner Ausführung und wies auf die vielen Vorteile der Nutzung hin: „Moderne technische Assistenzsysteme, so genannte „Ambient-Assisted-Living“, kurz: AAL-Lösungen, sind oftmals leicht in der Handhabung und können vor allem die Sicherheit und Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden entscheidend verbessern.“

Eine Vielzahl an attraktiven und nützlichen Helfern, welche auch das selbstbestimmte Leben im vertrauten Wohnumfeld ermöglichen, gebe es heute bereits. Ein Beispiel seien die so genannten Saug- oder auch Mähroboter, die bereits in jedem Baumarkt erhältlich sind und sowohl von Gesunden und aktiven Älteren als auch von unterstützungsbedürftigen Menschen genutzt werden.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der neuen Technik ist laut Griesbeck die erweiterte Kommunikationsmöglichkeit. In zunehmendem Alter sei der Kontakt zur Außenwelt für viele ältere Menschen aufgrund unterschiedlicher Bedingungen wie bspw. der eingeschränkten Mobilität immer schwieriger, sagte Griesbeck. Vereinsamung oder Hilflosigkeit seien die Folgen. „Notruffunktionen oder Hausassistenzsysteme erweisen sich hierbei als sehr nützlich, in dem sie bei einem Notfall reagieren und so rechtzeitig Hilfe ermöglichen“, sagte der Referent.

Zu einer angeregten Diskussion führte das Beispiel der Therapierobbe „Paro“. Sie wurde aufgrund der positiven Wirkung von Haustieren auf Pflegebedürftige hin entwickelt. Ihr kuscheliges Fell, ein hörbarer Herzschlag und Wärme wirken sich beruhigend auf Demenzerkrankte aus. Die Robbe kann in der Therapie den Dialog bei Menschen, die sehr zurückgezogen sind, fördern, da sie auf Ansprache mit Bewegungen reagiert und Heul-Laute von sich gibt.

„Roboter wie zum Beispiel geeignete Pflegebetten oder Stützvorrichtungen übernehmen nicht die Pflege, sie unterstützen jedoch das Personal in Pflegeeinrichtungen und tragen dadurch zur körperlichen Entlastung des Pflegepersonals bei. Eines werden die Pflegeroboter jedoch nie können: den Menschen ersetzen!“, so die Aussage von Jürgen Griesbeck.

Die Veranstaltung endete mit der Aussage einer Teilnehmerin: „Angst und Unsicherheit vor technischen Neuerungen in der Pflege sind mir durch die erhaltenen Informationen genommen worden. Außerdem passiert das ja nicht gleich alles morgen!“

Sehr zur Freude aller Anwesenden begrüßte Landrat Herr Richard Reisinger die Gruppe und nahm das Seminar zum Anlass, eine herzliche Einladung zur Teilnahme am Informations- und Austauschnachmittag des Landratsamtsamt Amberg-Sulzbach auszusprechen. Am Samstag, 30. März sind alle Senioren des Landkreises ab dem 65. Lebensjahr dazu nach Sulzbach-Rosenberg eingeladen, von 14 bis 16 Uhr an dem Seniorennachmittag im Beruflichen Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg teilzunehmen. Eine Anmeldung ist bis Anfang März bei den Seniorenbeauftragten der Gemeinden möglich.


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