31.10.2018, 21:40 Uhr

Tobias Gotthardt zu gast Klausurtagung der BWG – „nur 10.000 Euro für den Pfarrhof sind und bleiben unanständig“

Die BWG-Fraktion mitTobias Gotthardt und Fraktionssprecher Albin Schreiner (sitzend), Bürgermeister a. D. Heinz Karg und den Stadträten Max Graf, Theo Lorenz und Evi Vohburger. (Foto: Albin Schreiner)Die BWG-Fraktion mitTobias Gotthardt und Fraktionssprecher Albin Schreiner (sitzend), Bürgermeister a. D. Heinz Karg und den Stadträten Max Graf, Theo Lorenz und Evi Vohburger. (Foto: Albin Schreiner)

Die Fraktion der Burglengenfelder Wählergemeinschaft (Freie Wähler – BWG) traf sich zu ihrer Herbstklausur im Waldhotel auf Gut Matheshof in der Nähe von Rieden. Im Zentrum der Klausurtagung, an der auch der frisch gewählte Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt (Freie Wähler) teilnahm, stand das gute Abschneiden der Freien Wähler bei der jüngsten Land- und Bezirkstagswahlen, die Sanierung des Pfarrhofs und der Kauf des ehemaligen Pfarrheims durch die Stadt.

BURGLENGENFELD BWG-Stadtrat und -Fraktionssprecher Albin Schreiner begrüßte seine Fraktion und die BWG zur Klausur. Unter den Teilnehmern befand sich auch Tobias Gotthardt, dem Schreiner für sein „hervorragendes Ergebnis“ bei der Landtagswahl gratulierte. „Große Freude“, so Schreiner, herrsche bei allen BWG-Mitgliedern, dass Gotthardt, der gebürtiger Burglengenfelder und BWG-Mitglied ist, nach einem engagierten Wahlkampf im Stimmkreis Regensburg-Land „den Sprung in den Bayerischen Landtag geschafft hat“, wozu Schreiner und die anwesenden Teilnehmer ihm unter großem Applaus gratulierten. Er sei überzeugt, so Schreiner, dass Gotthardt sein Mandat „mit Kompetenz, Mut und großem persönlichen Einsatz wahrnehmen und die Arbeit für die Bürger im Mittelpunkt seines politischen Engagements stellen wird“.

Die Freien Wähler haben sich in Burglengenfeld von 6,22 Prozent auf 15,72 Prozent gesteigert und ihren Stimmanteil damit mehr als verdoppelt, resümierte Schreiner. Die SPD sei damit klar übertroffen worden. Deren Verlust von 15,61 Prozent der Stimmen auf noch 11,66 Prozent nannte Schreiner einen „fürchterlicher Absturz, der den Genossen zu denken geben sollte“. Zugleich äußerte Schreiner die Befürchtung, daß die „Genossen in Burglengenfeld trotzdem weiter mit der bekannten Überheblichkeit am Wähler vorbei Politik betreiben werden“. Als Beispiel nannte Schreiner unter anderem die 2015 beschlossenen Steuererhöhungen. Die BWG werde sich weiter dafür einsetzen, dass dieser „völlig unnötige Griff ins Portemonnaies unserer Bürger“ wieder rückgängig gemacht werde. Anders als bei der SPD stünden bei der BWG nämlich die Interessen der Bürger immer im Vordergrund.

Bezugnehmend auf die jüngste Stadtratsitzung, in der die BWG mit ihrem Antrag, die Sanierung des Pfarrhofs mit 100.000 Euro zu bezuschussen keine Mehrheit gefunden hatte, bekräftige Schreiner nochmals den Standpunkt seiner Fraktion: „Wenn eine Fraktion (die BWG, Anm. d. Red.) 100.000 Euro für die Sanierung des Pfarrhofs fordert und zwei andere Fraktionen maximal 10.000 Euro oder gar nichts geben wollen, dann ist doch nicht die BWG schuld, wenn die Pfarrei am Ende aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat gar nichts bekommt.“ Dies folge schon aus der Tatsache, dass Bürgermeister Thomas Gesche nach der geltenden Geschäftsordnung bis zu einer Wertgrenze von 20.000 Euro alleine über Ausgaben entscheiden könne. Schreiner: „Wenn der Bürgermeister die Sanierung des Pfarrhofs mit nur 10.000 Euro bezuschussen will, kann er das also jederzeit tun und braucht hierfür nicht die Hilfe der BWG.“ In der Vergangenheit waren außerdem deutlich höhere Zuschüsse für kirchliche Sanierungen üblich, untermauerte Schreiner seine unveränderte Forderung nach höheren Zuschüssen. Für die Renovierung des Kirchengebäudes und des Kirchenvorplatzes in Dietldorf flossen beispielsweise 157.200 Euro – bei deutlich geringeren Gesamtkosten. Schreiners Fazit: „Nur 10.000 Euro für den Pfarrhof sind und bleiben unanständig.“ Für die BWG seien die Bezuschussung der Pfarrhofsanierung und der mögliche Erwerb des ehemaligen Pfarrheims auch „getrennte Paar Stiefel“. Die BWG fordere seit Jahren die Sanierung des ehemaligen Pfarrheims und habe dem Vorschlag selbstverständlich in der nichtöffentlichen Sitzung zugestimmt.


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