01.10.2018, 14:26 Uhr

Praktikum bei Marianne Schieder Ein umfassendes und authentisches Bild von der Arbeit des Deutschen Bundestages

Marianne Schieder mit ihrer Praktikantin Vanessa Abboud vor den so genannten russischen Graffitis im Reichstagsgebäude. (Foto: Büro Schieder)Marianne Schieder mit ihrer Praktikantin Vanessa Abboud vor den so genannten russischen Graffitis im Reichstagsgebäude. (Foto: Büro Schieder)

Wie funktioniert der Gang der Gesetzgebung und worin besteht die Arbeit einer Parlamentarierin? Antworten auf diese und viele weitere Fragen konnte Vanessa Abboud aus Burglengenfeld finden. Vier Wochen lang absolvierte die Jurastudentin ein Praktikum im Berliner Büro der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder.

WERNBERG-KÖBLITZ/BERLIN Der Beginn von Vanessa Abbouds Praktikum war geprägt von der Vorbereitung auf die anstehenden Sitzungswochen, in denen die Parlamentarier in Berlin sind. So wurde die Studentin in die alltägliche Büroarbeit eingebunden, durfte Post sichten und Informationen zu Bürgeranfragen sowie Gesprächsterminen zusammenstellen. Gegen Ende begleitete sie dann MdB Marianne Schieder zu unterschiedlichen Terminen, wo sie das gesammelte Wissen einbringen konnte.

„Eine gute Vorbereitung ist alles, das habe ich schnell gemerkt“, verrät die Burglengenfelderin. Bei den vielen Gesprächen und Sitzungen, die eine Abgeordnete in Berlin führe, bleibe kaum Zeit, noch eben schnell etwas zu recherchieren. Alles müsse bereits im Vorfeld fertiggestellt werden, um bei den verschiedensten Themen, die an einem Tag besprochen werden, den Überblick zu behalten. Zahlreiche Termine standen auf dem Programm von Hintergrundgesprächen zum Urheberrecht bis zur Fachdiskussion über ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch ein Besuch im Bundesumweltministerium und das Verfolgen von Plenardebatten durften natürlich nicht fehlen.

„Die jungen Menschen sollen ein umfassendes und authentisches Bild von der Arbeit des Deutschen Bundestages erhalten“, erklärt Marianne Schieder. Darum nehme sie ihre Praktikantin zu so vielen Terminen wie möglich mit.

Gerade während der Semesterferien ist das Hineinschnuppern in den Parlamentsalltag beliebt. „Viele Studentinnen und Studenten müssen je nach Fachrichtung Pflichtpraktika im juristischen oder politischen Bereich ableisten“, weiß die Abgeordnete. Aber auch junge Menschen aus anderen Fachgebieten wie Lehramt oder Philosophie haben Marianne Schieder schon begleitet, um das demokratische System besser kennenzulernen.

Hintergrund zu den so genannten russischen Graffitis

Bei der Eroberung Berlins 1945 hinterließen Soldaten der Roten Armee kyrillische Inschriften im Reichstag. Durch den Wiederaufbau des Gebäudes in den 1960er-Jahren wurde diese mit Gipsplatten verdeckt und erst bei der vollständigen Sanierung 1995 wiederentdeckt. Heute erinnern die Graffitis die Abgeordneten auf ihrem Weg in den Plenarsaal als Zeugen der Geschichte an die Folgen von Krieg und Nationalismus.


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