15.09.2018, 21:08 Uhr

Vor der Christian-Wolfrum-Schule Die Stadt Hof benennt einen Platz nach der Widerstandskämpferin Rosa Opitz


Mit einer offiziellen Feierstunde wurde am Freitag, 14. September, die Widmung des neuen Rosa-Opitz-Platzes bei der Christian-Wolfrum-Schule in Hof vorgenommen. Neben Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner würdigte auch der frühere Oberbürgermeister Dieter Döhla die Hofer Widerstandskämpferin, die heute 110 Jahre alt geworden wäre, durch viele persönliche Erinnerungen. Erstmals seit einem halben Jahrhundert wird damit in Hof eine Persönlichkeit des Hofer Widerstandes auf diese Weise geehrt.

HOF Rosa Opitz (geborene Völkel) zählt zu den Menschen, die in Hof dem Nationalsozialismus Widerstand leisteten. Von Jugend an war sie politisch interessiert und engagiert. Sie wirkte bei der Freien Turnerschaft und in der Sozialistischen Arbeiterjugend mit, die dem Umfeld der SPD zuzurechnen war. Rosa Völkel hielt sich gerade bei Verwandtschaft in Leipzig auf, als die Nationalsozialisten 1933 auch in Hof den Widerstand ihrer Gegner mit Verhaftungswellen niederschlugen. Ihr Chef, der SPD-Landtagsabgeordnete Hans Seidel, sowie ihr zukünftiger Schwiegervater Konrad Opitz waren unter den Verhafteten. Wieder in Hof, kämpfte sie wagemutig gegen das Regime. Sie schrieb Parolen gegen Hitler an Mauern, schmuggelte die SPD-Parteizeitung „Vorwärts“ über die tschechische Grenze und klebte Flugblätter an Wände. Dabei wurde sie mehrfach von Polizisten erwischt und auf dem Revier verhört. Zwar musste sie nie in ein Gefängnis oder gar ein Konzentrationslager, jedoch stand sie unter ständiger Aufsicht der Polizei und ihre Post wurde zensiert und teilweise beschlagnahmt. Nach 1945 engagierte sich Rosa Opitz weiter in der SPD und wirkte mit beim Wiederaufbau der Arbeiterwohlfahrt. Von 1952 bis 1966 war sie Mitglied des Hofer Stadtrates. 2001 verstarb sie im Alter von 93 Jahren.

Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner: „Wir kennen die großen Geschichten des Widerstands – von Oskar Schindler oder den Geschwistern Scholl. Heldinnen und Helden, die unerreichbar scheinen. Und dennoch: Am Beispiel Rosa Opitz sehen wir, dass es auf ganz normale Menschen ankommt. Es kommt an auf Frauen und Männer, die die Gesetze der Menschlichkeit achten, egal ob sie sich an den Geboten des Christentums orientieren, sich dem Humanismus verpflichtet fühlen oder dem Kategorischen Imperativ Kants folgen. Wir ehren eine Demokratin, die in schwerer Zeit mutig war und uns ein Vorbild ist.“

Zu Ehren von Rosa Opitz hatte der Stadtrat im April dieses Jahres beschlossen, in Nachbarschaft zu ihrer Wohnung und ihrem direkten Lebensumfeld die Grünanlage und deren Umgriff bei der Christian-Wolfrum-Schule in Rosa-Opitz-Platz umzubenennen. Es ist damit der allererste Platz in Hof, der nach einer Frau benannt wird. Alle übrigen Plätze im Stadtgebiet tragen die Namen von Männern.


0 Kommentare