11.07.2018, 18:02 Uhr

Vortrag Rosinenbomber und Care-Pakete – die Stadt Hof erinnert an die Berliner Luftbrücke

Heinz-Gerd Reese, langjähriger Geschäftsführer der Stiftung Luftbrückendank. (Foto: Stadt Hof)Heinz-Gerd Reese, langjähriger Geschäftsführer der Stiftung Luftbrückendank. (Foto: Stadt Hof)

Anlässlich des 70. Jahrestags des Beginns der Berliner Luftbrücke hatten die Stadt Hof und der Bund der Berliner und Freunde Berlins, Kreisverband Hof, ins Museum Bayerisches Vogtland eingeladen.

HOF Museumsleiterin Sandra Kastner konnte über 130 Besucher im vollbesetzten Museumssaal zur Filmvorführung mit Vortrag über die Blockadezeit Berlins 1948/49 begrüßen. Der original Schwarzweißfilm von 1949 veranschaulichte, welch große Leistung die Versorgung der etwa zwei Millionen Bewohner in Berlin (West) durch die Westalliierten bedeutete. Vor allem zeigte der Film die Schwierigkeiten, die Menge an benötigten Lebensmitteln, Heizmaterial usw. für diese große Anzahl an Menschen auf dem einzig noch zur Verfügung stehenden Verbindungsweg – per Flugzeug – dorthin zu bringen. Binnen weniger Wochen wurde damals zur Entlastung des Flughafen Tempelhofs eine neue Landebahn in Tegel errichtet.

In seinem anschließenden Vortrag ging Heinz-Gerd Reese, langjähriger Geschäftsführer der Stiftung Luftbrückendank, auf die Vorgeschichte der Blockade West-Berlins durch die sowjetische Besatzungsmacht ein. Vor allem verdeutlichte er die politisch äußerst heiklen Umstände, welche infolge der Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen zur Blockade der Land- und Schifffahrtswege von und nach Berlin geführt hatten. Er wies darauf hin, dass die geopolitische Entwicklung Deutschlands und Europas im Sommer 1948 am seidenen Faden hing. Dass die Krise friedlich gemeistert wurde und eine humanitäre Katastrophe verhindert werden konnte, war alles andere als selbstverständlich.

Jürgen Stader, Vorsitzender der Berlin-Freunde, hatte extra original Care-Pakete besorgt, um damit zu verdeutlichen wie die Versorgung der isolierten Stadt funktionierte. Im Anschluss luden der Bund der Berliner und Freunde Berlins zu Berliner Spezialitäten, bestehend aus Currywurst, Berlinern – also Krapfen - und Berliner Weiße ein. Der Erlös einer kleinen Sammlung unter den Besuchern erbrachte einen mittleren dreistelligen Betrag, der an die Hilfsorganisation „CARE e. V.“ überwiesen wurde, die heute noch in Krisengebieten die notleidende Bevölkerung unterstützt.


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