20.06.2018, 13:21 Uhr

Hauptstadttour Oberpfälzer erkunden auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder Berlin

(Foto: Büro Schieder)(Foto: Büro Schieder)

Dass Berlin immer eine Reise wert ist, haben in der vergangenen Woche politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den Landkreisen Schwandorf und Cham erfahren. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder verbrachten sie vier Tage in der deutschen Hauptstadt.

WERNBERG-KÖBLITZ/BERLIN Neben Informationsbesuchen in Bundestag, Kanzleramt oder dem Umweltministerium, bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der kompetenten Leitung von Peter Wein an markanten Orten der Stadt auch die wechselhafte Geschichte Berlins von Teilung und Wiedervereinigung hin zu einer pulsierenden Metropole vor Augen geführt.

Gleich nach der Anreise konnte man mit einer Schifffahrt auf der Spree einen ersten Eindruck von der Hauptstadt gewinnen und das eine oder andere Foto von Museumsinsel oder Regierungsviertel machen. Auch Marianne Schieder ließ es sich nicht nehmen, die Gäste auf der Rundfahrt zu begleiten. So kamen die Besucher bei Speis und Trank locker mit der Abgeordneten ins Gespräch. Tag 2 begann mit einem Informationsgespräch im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Umweltministerium ist das jüngste Ministerium der Bundesrepublik. Gegründet im Juni 1986 war es eine direkte Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Im Umweltministerium werden seitdem sämtliche Fragestellungen, die die Umwelt betreffen, konzentriert und zusammengeführt. Ein Stück Heimat erfuhren die Oberpfälzerinnen und Oberpfälzer im Anschluss in der Bayerischen Landesvertretung. Wie jedes der 16 Bundesländer unterhält auch der Freistaat in Berlin eine Repräsentanz, um Kontakte auf der Bundesebene herzustellen und eigene Interessen zu vertreten. Als nächstes ging es zur Parteizentrale der SPD in der Wilhelmsstraße, dem Willy-Brandt-Haus. Dort werden Aktionen und Aktivitäten der SPD geplant, koordiniert und organisiert, wobei einmal wöchentlich der SPD-Bundesvorstand tagt. Beeindruckt von der modernen und „offenen“ Architektur des Gebäudes wurde besonders das Markenzeichen des Hauses, die Skulptur von Willy Brandt, bestaunt und interpretiert. Ohne Pause ging es dann auf eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Vorbei an vielen bedeutenden Orten wie dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas und dem ehemaligen Grenzübergang „Checkpoint Charly“ erkundeten die Besucherinnen und Besucher die Stadt. Dabei bekamen sie einen Eindruck davon, welche Geschichte hinter Berlin liegt, aber auch, wie reich an Kultur(en), historischen Stätten und alten und neuen Wahrzeichen diese Stadt ist. Am Morgen des dritten Tages ging es zum Reichstagsgebäude. In dem in den 90er Jahren von Architekt Sir Norman Foster neugestalteten Gebäude verfolgte die Reisegruppe rund eine Stunde lang die Bundestagsdebatte zum Thema „Musterfeststellungsklage“. Im Anschluss daran nahm sich Marianne Schieder ausgiebig Zeit, um mit ihren Gästen über ihre Aufgaben in Berlin und im Wahlkreis zu sprechen. Anhand ihres Terminkalenders zeigte sie auf, wie eine typische Sitzungswoche ausgestaltet ist. Rund 22 Wochen verbringt Schieder in Berlin, wobei es fixe Termine gibt: jeden Montag Sitzung der Bayerischen SPD-Landesgruppe, jeden Dienstag Sitzung der Bundestagsfraktion. Jeden Mittwochvormittag tagen die Fachausschüsse, ehe am Mittwochnachmittag, Donnerstag und Freitag das gesamte Plenum zusammentritt. Aufräumen konnte Schieder mit dem Gerücht, dass nur Abgeordnete, die von früh bis spät im Bundestag säßen, fleißig seien. Für die Teilnahme an den Plenarsitzungen bleibe nicht immer viel Zeit. Denn in einer Sitzungswoche stünden auch täglich Aktenstudium, Bürobesprechungen, Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, der Presse sowie Fachverbänden auf dem Programm, sodass ein 15-Stunden-Tag nicht die Ausnahme, sondern die Regel sei. Den Besuch des „Hohen Hauses“ der Deutschen Politik rundete schließlich ein Besuch der Reichstagskuppel ab, ehe es in das dem Bundestag gegenüberliegende Kanzleramt ging. Hier tagt beispielsweise einmal wöchentlich das Bundeskabinett. Ebenso wird internationaler Besuch wie Staats- und Regierungscheffinnen und -chefs empfangen. Im Rahmen eines Rundgangs nahmen die Berlinreisenden vor allem die offene Architektur sowie die Kunstwerke im Gebäude zur Kenntnis. Entgegen der landläufigen Meinung „wohne“ aber die Kanzlerin nicht hier, sondern habe lediglich die Möglichkeit zur Übernachtung.

Am Vormittag des letzten Reisetages besuchten die Oberpfälzerinnen und Oberpfälzer die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung Unter den Linden. Dabei wurde deutlich, dass Brandt als Regierender Bürgermeister Berlin prägte wie kaum ein anderer Politiker. Die Ausstellung zeigte außerdem, wie sehr seine „neue Ostpolitik“ ihren Ursprung zum einen in seinen Exil-Erfahrungen während der Nazi-Diktatur, zum anderen aber auch in seiner Zeit als Bürgermeister hat.

Nach einem gemütlichen Bummel rund ums Brandenburger Tor ging es auch schon wieder zurück nach Hause. Auch Marianne Schieder und der Reiseleiter Peter Wein machten sich mit auf die Heimreise und standen nochmals für Gespräche zur Verfügung. Bei den vielen kontroversen Diskussionen war man sich zumindest in einer Sache schnell einig: Berlin ist nicht nur eine Reise wert, jede Berlin-Fahrt könnte ruhig auch immer noch ein bisschen länger dauern.


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