04.03.2018, 12:53 Uhr

Verkehrstagung in der Oberpfalz ADAC Nordbayern setzt auf gezielte Kampagnen und Aufklärung für die Verkehrssicherheit

(Foto: kadmy/123RF)(Foto: kadmy/123RF)

Bereits seit 1975 tagen die Verkehrsreferenten der oberpfälzer ADAC Ortsclubs in regelmäßigem Turnus in der Region. Umfangreich informierte der ADAC Nordbayern e. V. über die aktuellen Debatten über Luftreinhaltung und drohenden Dieselfahrverboten und den technischen, politischen und gesetzgeberischen Hintergründen.

SULZBACH-ROSENBERG „Der ADAC hat belegt, dass eine Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Diesel-Pkw wirksam ist“, so Thomas Dill, Vorstandsmitglied für Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Nordbayern. „Die Systeme müssen nun rasch auf den Markt kommen, die Kosten hierfür dürfen nicht wieder beim Verbraucher hängen bleiben“ so Dill weiter. Bei all den Debatten um Mobilität und Luftreinhaltung darf die Verkehrssicherheit nicht aus den Augen verloren gehen. Daher wurde dieses Themenfeld in diesem Jahr als eines der Schwerpunkte gesetzt. Vorgestellt und diskutiert wurden insbesondere die oberpfälzische Verkehrsunfallstatistik als auch die Veränderungen und Anpassungen der Straßenverkehrsordnung.

Gemeinsam für die Verkehrssicherheit

Über die aktuellen Entwicklungen der Verkehrsunfallstatistik berichtete Polizeirat Bernhard Huber vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Während die Zahl der Verkehrsunfälle in der Oberpfalz - wie auch bayernweit - erneut leicht zunahm, verzeichnete das Polizeipräsidium der Oberpfalz die niedrigste Zahl von Verkehrstoten seit Einführung der Statistik. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten sank auf den niedrigsten Stand seit 10 Jahren.

Besorgniserregend ist weiterhin die Zahl der Unfälle mit Wildbeteiligung. Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr stieg die Zahl erneut um 2,2 Prozent auf 9.943. Der Anteil von Wildunfällen an allen Verkehrsunfällen in der Oberpfalz steigt somit auf über 27 Prozent. Anlass zum Nachdenken sollte auch die Zahl an registrierten Unfallfluchten geben. Diese steigt seit Jahren kontinuierlich und erreichte im Jahr 2017 fast 6.000. Auch das Thema Ablenkung durch digitale Medien im Straßen-verkehr hat einen immer größer werdenden Anteil am Unfallgeschehen. Unter dem Motto „Houst a Hirn, Lousd as Handy lieng“ unterstützt die Polizei, zusammen mit dem Kreisjugendring und der Kreisverkehrswacht Pilot-Projekte in der nördlichen Oberpfalz um junge Fahrer für die Gefahren der Ablenkung zu sensibilisieren. Auch der ADAC Nordbayern hat das Thema in seinem kostenlosen Verkehrssicherheitsprogramm „Hallo Auto“ aufgenommen. „Wenn alle Partner der Verkehrssicherheitsarbeit einen Beitrag leisten kann es gelingen, die Menschen für die Gefahren durch Ablenkung durch digitale Medien zu sensibilisieren“ betonte Bernhard Huber.

Mal wieder in die Straßenverkehrsordnung blicken

Diese Anregung gab Jürgen Hildebrandt, Abteilungsleiter Verkehr, Technik und Umwelt bei seinem Einblick in die Neuerungen der StVO. Gerade die Neuregelungen in Bezug auf die Rettungsgasse oder die Klarstellungen bei der Benutzung elektronischer Geräte sind noch nicht jedem bewusst. Diese Änderungen in der StVO gehen in der Regel mit einer Verschärfung der Bußgelder einher. „Diese Anpassungen sind in keine Ab-zocke, sondern Reaktionen der Gesetzgebung auf Defizite der Autofahrer“, so Hildebrandt. Ablenkung – unter anderem durch Smartphones – wird häufig unterschätzt und ist nach Expertenmeinung für mindestens jeden zehnten Unfall mit getöteten ursächlich.

Wenn die Rettungsgasse nicht ordnungsgemäß gebildet wird und auch offen gehalten wird, sind die Folgen für den Verletzten am anderen Ende des Staus dramatisch und können tödlich enden. Aber auch nicht so dramatische Änderungen der StVO der vergangenen Jahre müssen von jedem Autofahrer gekannt und beachtet werden. So gilt bei einem grünen Blechpfeil an der Ampel trotzdem ein Anhaltegebot oder bei der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr hat der Fußgänger über die Furt stets Vorfahrt.


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