14.01.2021, 10:28 Uhr

Urkundliche Erwähnung Die Gemeinde Sinzing feiert ihr 1.100-jähriges Jubiläum

 Foto: Gemeinde Sinzing Foto: Gemeinde Sinzing

Das Jahr 2021 steht in Sinzing unter dem Motto des 1.100-jährigen Jubiläums.

Sinzing. Nachdem sich der runde Geburtstag der Gemeinde nicht verschieben lässt, wird es in jedem Fall eine Jubiläumschronik in Form einer reich bebilderten Publikation für alle Bürgerinnen und Bürger geben. Außerdem werden viele Führungen und kleinere Veranstaltungen in Bezug auf unser 1.100-jähriges Jubiläum angeboten, welche über das Jahr 2021 verteilt, überwiegend durch den AK Kultur organisiert werden.

Sinzings erste urkundliche Erwähnung 921

Für die Jubiläumsfeiern von Orten ist die erste urkundliche Erwähnung maßgebend: Bei Sinzing nennen die Historiker das Jahr 921. Somit kann die Gemeinde heuer die 1100-Jahrfeier begehen.

Bis vor nicht allzu langer Zeit war noch ein anderes Datum im Umlauf: Heimatpfleger Rudolf Ottlinger dachte daran, 2002 die 1.000-Jahr-Feier Sinzings anzusetzen. Er orientierte sich an einer Urkunde König Heinrichs II. vom 20. November 1002 für Niedermünster, in der Sinzing auch genannt wird. Der in Sinzing wohnende Historiker Prof. Dr. Peter Schmid, Lehrstuhlinhaber für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg, machte Ottlinger jedoch darauf aufmerksam, dass Sinzing fast ein Jahrhundert früher in Urkunden auftaucht.

Tatsächlich wird Sinzing in der lateinischen Namensform „Sinzinga“ zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde des Eichstätter Bischofs Uodalfrid (912 bis 933) fassbar. Vor seiner Bischofserhebung war Uodalfrid Notar der königlichen Kanzlei unter dem letzten Ostfrankenherrscher Ludwig dem Kind (908 bis 910) und dann für die Jahre 910 bis 912 unter dem ersten Herrscher des neuen deutschen Reiches, König Konrad I. Auch nahm Uodalfrid an einer bayerischen Synode im Regensburger Petersdom am 14. Januar 932 teil, bevor er am 1. Januar 933 starb. Zu Lebzeiten beurkundete Bischof Uodalfrid um seines Seelenheiles willen mehrere Schenkungen. „Tradidi … alodem meam in villa, que dicitur Sinzinga“ – „Ich übergab … mein Erbgut in einem Dorf, das Sinzing genannt wird“ – dem Domkapitel in Eichstätt, damit der Eichstätter Bischof ein „proprium illic pro mea commemoratione possideat hospicium“ – „dort eine eigene Absteige zu meinem Gedenken besitze“. Hintergrund war, dass der neue deutsche König Heinrich I. und der bayerische Herzog Arnulf sich nach Kämpfen 921 zu gegenseitiger Anerkennung geeinigt hatten und nun immer wieder Reichsversammlungen in Regensburg stattfanden, an denen auch der Eichstätter Bischof teilzunehmen hatte. In unmittelbarer Textfortsetzung dieser Urkunde wird Sinzing in einer zweiten Schenkung genannt: „teloneum autem navium in eodem loco Sinzinga ad Eistatense hospitale“ – „den Schiffszoll aber in demselben Orte Sinzing übergab ich an das Hospital in Eichstätt“.

Erhalten haben sich die Schenkungen auf einem Pergamentblatt eines Eichstätter Kopialbuchs (Urkundenabschrift) des 11. Jahrhunderts, heute aufbewahrt in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Signatur Clm 29880(2. Ortsheimatpfleger Dr. Werner Chrobak hat in der Bayerischen Staatsbibliothek recherchiert und eine Urkundenabschrift der ersten urkundlichen Erwähnung Sinzings aufgefunden.


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